Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handy verlangsamt das Straßenqueren

20.11.2009
Psychologin: "Zweites Bild im Kopf mindert Aufmerksamkeit"

Die Ablenkung, die ein Handygespräch bedeutet, sollte man auch beim Fußgehen nicht unterschätzen. Darauf weist eine Studie des Beckman Institute for Advanced Science and Technology hin, die in der Zeitschrift "Accident Analysis and Prevention" veröffentlicht wurde.

In einer Simulation erhoben die Forscher, dass ein Telefongespräch Fußgänger im Verkehr weit mehr verlangsamt und gefährdet als das Musikhören, ganz besonders bei alten Menschen. "Telefonieren kann ein Verkehrsrisiko darstellen, auch wenn man zu Fuß unterwegs ist. Besonders Senioren lassen sich ablenken", resümiert Studienleiter Art Kramer.

Die Forscher stellten ihre Versuchspersonen auf ein Laufband, das von Bildschirmen umgeben war. Auf diesen zeigte man jeweils die exakt gleiche Situation einer vielbefahrenen Straße und gab den Probanden die Aufgabe, diese in höchstens 30 Sekunden zu überqueren. Als zusätzliche Erschwernis ließ man manchen gleichzeitig ein Handygespräch per Headset-Einrichtung führen, andere Musik hören, während eine Kontrollgruppe keine derartige Beeinträchtigung hatte.

Mit Telefon leichter überfahren

Während die Musikhörer ebenso gut auf den Verkehr reagierten wie die Kontrollgruppe, brauchten die telefonierenden Versuchspersonen um 25 Prozent länger zum Überqueren, schafften es oft nicht innerhalb des Zeitlimits und wurden viel häufiger von den simulierten Autos angefahren. Führte man das gleiche Experiment bei Menschen über 60 Jahren durch, war die Ablenkung durch das Handy noch größer. Am deutlichsten steigerte sich die Unfallgefahr bei Senioren, die ohnehin etwas unsicher auf den Beinen waren.

"Wenn man telefoniert, wird die Aufmerksamkeit geteilt", erklärt Marion Seidenberger, Verkehrspsychologin beim Autofahrerclub ÖAMTC http://www.oeamtc.at im pressetext-Interview. Parallel zur real wahrgenommen Umwelt entstehe im Kopf ein zweites Bild des Telefonpartners oder der Situation, um die sich das Gespräch dreht. Besonders bei schwierigen Gesprächen entstehe dadurch Ablenkung. "Das Telefonieren mindert somit unsere Ressourcen und macht uns langsamer, auch bei scheinbar automatischen Handlungen wie Gehen", so die Expertin.

Gespräche nur auf dem Gehsteig

In der Verkehrssicherheit wird das Handygespräch bisher nicht als Gefahrenquelle gewertet. "Kommt es zu Unfällen, vermerkt die Polizei allerdings manchmal als 'vermutete Ursache' das Telefonieren." Seidenberger rät Fußgängern, im Verkehr die volle Aufmerksamkeit der Straße zu widmen. "Man kann nicht alles auf einmal machen, wie man oft von sich glauben will. Schon von Kind an ist es wichtig, Gespräche nur auf dem Gehsteig zu führen und beim Queren einer Straße seine volle Konzentration auf den Verkehr zu richten."

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.beckman.illinois.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie