Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gutes Verhältnis zwischen jungen Erwachsenen und ihren Eltern

10.04.2012
Deutschlands größte Familienstudie verweist auf enge Beziehungen zwischen den Generationen - Soziologen der TU Chemnitz sind zentral beteiligt

Nicht Konflikte und Spannungen dominieren heutzutage die Beziehungen zwischen jungen Erwachsenen und ihren Eltern, sondern familiärer Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung. Über 80 Prozent der nicht mehr zu Hause lebenden Kinder haben mindestens einmal in der Woche Kontakt zu ihrer Mutter und mehr als zwei Drittel der jungen Erwachsenen geben eine enge Verbundenheit zu ihren Eltern an.

Dies ist nur einer der Befunde der derzeit größten Studie über partnerschaftliches und familiäres Zusammenleben in Deutschland, die von Soziologen der Arbeitsgruppe zu Generationenbeziehungen an der Technischen Universität Chemnitz erarbeitet wurden. Im Rahmen des „Beziehungs- und Familienpanels“ (kurz: pairfam) werden seit 2008 jährlich Interviews mit mehr als 10.000 jungen Erwachsenen und deren Partnern, Eltern und Kindern durchgeführt.

Die intensivste Bindung besteht demnach zwischen erwachsenen Töchtern und ihren Müttern. Unter anderem berichtet jede zweite Tochter von häufigen Gesprächen über persönliche Dinge mit ihrer Mutter. Zwar gehen Kontakthäufigkeit und emotionale Nähe mit dem Auszug aus dem Elternhaus, dem Eingehen von Partnerschaften, der Gründung einer Familie und der finanziellen Unabhängigkeit etwas zurück, insgesamt bleibt die intergenerationale Solidarität jedoch sehr hoch. So helfen mehr als drei Viertel der erwachsenen Kinder ihren Eltern bei Alltagsangelegenheiten, während mehr als die Hälfte der erwachsenen Kinder regelmäßig größere Geschenke oder finanzielle Zuwendungen von den Eltern erhält. Eine wichtige Leistung seitens der Eltern ist zudem die Betreuung der Enkelkinder, die von der Mehrheit der Mütter zumindest gelegentlich erbracht wird. Eltern-Kind-Beziehungen stellen damit auch in späteren Familienphasen eine zentrale Ressource für emotionale und praktische Unterstützung dar.

Mit der Bewilligung von mehr als fünf Millionen Euro für zwei Jahre durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geht "pairfam" nunmehr in die dritte Runde. Bis 2014 werden die fünfte und sechste Erhebungswelle der bundesweit durchgeführten Studie realisiert. Ziel der insgesamt auf 14 Jahre angelegten Langzeituntersuchung ist es, die Entwicklung von Partnerschaften, Familien und Generationenbeziehungen über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Der Fokus richtet sich dabei vor allem auf die Anbahnung, Gestaltung und Qualität von Partnerschaften, die Gründung und Erweiterung von Familien, die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sowie die Erziehung und Entwicklung von Kindern.

"Die für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellten Daten bieten bereits jetzt ein weltweit einmaliges Analysepotenzial. Mehr als 400 Wissenschaftler aus über einem Dutzend Länder nutzen die pairfam-Daten aktuell für ihre Forschung", berichtet Prof. Dr. Bernhard Nauck vom Institut für Soziologie der TU Chemnitz. Er ist einer der Initiatoren von "pairfam" und Sprecher dieses Kooperationsverbunds mit der Universität Bremen und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für Nauck markiert die Studie nicht nur einen Meilenstein in der Familienforschung:

„Erst mit groß angelegten Längsschnittprojekten wie dem deutschen Beziehungs- und Familienpanel ist es möglich, eine Forschungsinfrastruktur in den Sozialwissenschaften aufzubauen und durch deren internationale Nutzung Fortschritte im Wissen über Ursachen und Wirkungen gesellschaftlicher Prozesse zu erzielen.“ Die von ihm geleitete Chemnitzer Arbeitsgruppe ist zudem für die inhaltliche Koordination des Familienpanels sowie die Betreuung und Schulung der Nutzer verantwortlich.

Weitere Befunde aus wissenschaftlichen Analysen mit den pairfam-Daten enthält der kürzlich im Ergon-Verlag erschienene Sammelband „Partnerschaft, Fertilität und intergenerationale Beziehungen: Ergebnisse der ersten Welle des Beziehungs- und Familienpanels“.

Die pairfam-Studie im Internet: http://www.pairfam.de

Auskünfte zum Projekt und zur Datennutzung erteilt Dr. Daniel Fuß, Telefon 0371 531-37313, E-Mail daniel.fuss@soziologie.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | idw
Weitere Informationen:
http://www.pairfam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics