Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Go smart: Mit intelligenten Netzen gesamtwirtschaftliche Effekte bis zu 55 Milliarden Euro erzielen

13.11.2012
Die Zukunft wird intelligent: Intelligente Stromnetze verknüpfen die dezentrale Stromerzeugung mit der Steuerung des Verbrauchs und sorgen dafür, dass die Batterie für das Elektroauto immer soweit geladen ist, wie es die geplante Route erfordert. Das Ganze lässt sich bequem vom Smartphone aus steuern.
Diese Zukunftsvision ist Bestandteil einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, das erstmals die gesamtwirtschaftlichen Effekte intelligenter Netze für die deutsche Volkswirtschaft untersucht hat. Das Forscherteam errechnete einen jährlichen Gesamtnutzen von 55,7 Mrd Euro.

In den Bereich der intelligenten Netze fällt jedoch nicht nur der Energiebereich: Auch im Gesundheits-, Verkehrs-, Bildungs- und Verwaltungsbereich werden intelligente Netze immer wichtiger. Sie steuern beispielsweise im Smart Home zukünftig Licht und Wärme. Und auch bei der Planung einer Fahrt mit verschiedenen Verkehrsmitteln, bei der Einhaltung von Ernährungsplänen oder Medikationen (Smart Body Monitoring), beim E-Learning oder bei der Nutzung von Diensten und Daten der öffentlichen Verwaltung (Smart Government und Open Data) spielen sie eine entscheidende Rolle.

Der Nutzen dieser intelligenten Netze wird jedoch erst nach und nach mit der Entstehung der Netze und entsprechenden Anwendungen voll zur Geltung kommen. Das Fraunhofer ISI geht von einem Zeitraum von zehn Jahren aus. Daraus ergibt sich bis 2022 ein kumulierter gesamtwirtschaftlicher Nutzen für die deutsche Volkswirtschaft von rund 336 Milliarden Euro.

Die Institutsleiterin des Fraunhofer ISI, Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl, betont auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung die Wichtigkeit der intelligenten Netze: „Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen, wie groß die Bedeutung intelligenter Netze für Deutschland sein kann, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.“

Um die positiven Effekte intelligenter Netze für die Volkswirtschaft zu erreichen, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt werden: Notwendig sind hochleistungsfähige, durchgängige und zuverlässige Breitband-Internetverbindungen als Grundlage für innovative Anwendungen. Zudem muss der Staat Rahmenbedingungen schaffen, die bereichsübergreifende Kooperationen der Akteure ermöglichen, so dass neue Geschäftsmodelle entstehen können. Derzeit, so Dr. Bernd Beckert, Leiter der Studie am Fraunhofer ISI, gibt es außerdem bei der Koordination ein großes Problem: „Obwohl das Konzept der intelligenten Netze offen ist für ein großes Spektrum von Lösungen, ist es doch grundlegend auf einheitliche Prozesse, interoperable Systeme und standardisierte Datenformate ausgelegt. Dies erfordert eine bereichsübergreifende Koordination.“

Eine weitere wichtige Rolle spielt der Datenschutz. Nutzerinnen und Nutzern muss die Möglichkeit gegeben werden, selbst zu bestimmen, welche Daten für welche Zwecke weitergegeben werden dürfen. „Da ein Großteil der neuen Dienste auf Nutzerdaten wie Energieverbrauch, Ortsdaten und Bewegungsmustern im Verkehr sowie Vitaldaten im Gesundheitsbereich angewiesen ist, sind verbindliche Vereinbarungen zwischen Anbietern und Verbrauchern sowie verlässliche gesetzliche Regelungen notwendig“, so Beckert.

Die Berechnungen des Fraunhofer ISI basieren zum einen auf einer Metastudie, in der die einschlägigen Studien zum Thema intelligente Netze systematisch ausgewertet wurden. Zudem dienten Befragungen ausgewiesener Fraunhofer-Wissenschaftler zur Dynamik in den einzelnen Bereichen als Grundlage. Auch Bewertungen von Experten, die sich in zwei Workshops mit den Voraussetzungen und Effekten intelligenter Netze auseinandergesetzt haben, wurden in die Untersuchung einbezogen.

Die Studie wurde im Auftrag des BITKOM http://www.bitkom.org erstellt und wurde auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung am 13. November in Essen vorgestellt. Sie ist Teil der gemeinsamen Studie mit dem MÜNCHNER KREIS http://www.muenchner-kreis.de/presse.html, der sich mit den qualitativen Herausforderungen intelligenter Netze befasst hat. Die gemeinsame Studie von MÜNCHNER KREIS und Fraunhofer ISI („Intelligente Netze: Potenziale und Herausforderungen“) wurde von der AG1 des nationalen IT-Gipfels initiiert.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Breslauer Straße 48
76139 Karlsruhe
Presse und Kommunikation
Anne-Catherine Jung, MA
Telefon +49 (0) 721 / 68 09 - 100
presse@isi.fraunhofer.de
Twitter: @Fraunhofer_KA

Anne-Catherine Jung | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum genau diese 20? – Quantenchemie löst Aminosäure-Rätsel

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz