Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebärmutterhalskrebs vorbeugen

03.07.2009
Uniklinikum Jena startet Studie zur Verhütung des Zervixkarzinoms

Gebärmutterhalskrebs ist mit etwa 6.500 neuen Fällen im Jahr die dritthäufigste gynäkologische Krebserkrankung in Deutschland. An dem sogenannten Zervixkarzinom leiden häufig auch junge Frauen.

Mit ca. 50 Jahren liegt das mittlere Erkrankungsalter fast 20 Jahre unter dem Durchschnitt für alle Tumoren. An der Universitätsfrauenklinik Jena läuft jetzt eine aussichtsreiche Studie um festzustellen, ob dem Gebärmutterhalskrebs bei gefährdeten Frauen mit Hilfe eines Medikaments rechtzeitig vorgebeugt werden kann.

Seit der Einführung der Krebsfrüherkennung in den 1970er Jahren, dem jährlichen Zervixabstrich (Pap-Test), ist es möglich, bereits Vorstufen (Dysplasie) des Gebärmutterhalskrebses zu erkennen. Aufgrund ihrer hohen Tendenz, sich spontan zurückzubilden, werden diese Veränderungen normalerweise vierteljährlich beobachtet. Falls sie jedoch verbleiben oder weiter wachsen, müssen sie bislang operativ entfernt werden.

"In der aktuellen Forschungsarbeit wollen wir diese Krebsvorstufen frühzeitig und ohne Gewebeverletzung inaktivieren, damit sich kein bösartiger Tumor daraus entwickeln kann", so Prof. Dr. Ingo Runnebaum, der örtliche Leiter der Studie und Direktor an der Jenaer Universitätsfrauenklinik. Deshalb startete in Jena im Frühjahr 2009 eine Versorgungsstudie, die noch bis September 2009 läuft. Diese untersucht, wie ein Medikament im Vergleich zu einem Placebo und zu der reinen Beobachtung auf die veränderten Zellen wirkt. In die Studie werden Frauen einbezogen, bei denen leichtgradige Krebsvorstufen am Muttermund festgestellt wurden.

"In einem schmerzfreien Verfahren wird die lichtempfindliche Wirksubstanz - ein Photosensitizer - als Zäpfchen an den Muttermund gelegt und verbleibt dort zwei bis sieben Stunden. Danach wird der Wirkstoff mit Hilfe von Rotlicht aktiviert. Die Krebsvorstufenzellen werden zerstört", erläutert Dr. Jörg Herrmann, Leiter der Dysplasie-Sprechstunde an der Jenaer Frauenklinik. Jede Patientin wird nach der Behandlung ein Jahr lang beobachtet. Die Therapie wird bei unzureichendem Ansprechen beim ersten Mal nach drei Monaten wiederholt. Danach wird bei den Frauen aller drei Gruppen im Abstand von drei Monaten untersucht, wie sich die veränderten Zellen verhalten. Der Aufwand für die Patientinnen ist zeitlich nicht höher als beim Standardvorgehen, Kontrolluntersuchungen im Vierteljahresabstand.

Frauen, die an der Studie teilnehmen möchten, können sich in der Spezialsprechstunde zu Gewebeveränderungen am Muttermund in der Universitätsfrauenklinik Jena melden. Diese Sprechstunde ist mit etwa 1.000 Patientinnen pro Jahr eine der größten speziellen Sprechstunden zur Dysplasie in Deutschland. Die Patientinnen werden dort beraten und die Ein- und Ausschlusskriterien werden überprüft. Nach einer Aufklärung und einer Blutentnahme beginnt beim nächsten Termin nach dem Zufallsprinzip die Behandlung mit dem Medikament, dem Placebo oder die Beobachtung.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Ingo B. Runnebaum, MBA
Universitätsklinikum Jena
Abt. Frauenheilkunde
Bachstraße 18
OA Dr. med. Jörg Herrmann
Leiter der Ambulanz
Tel.: 03641 / 933492
E-Mail: joerg.herrmann[at]med.uni-jena.de

Daniela Kollascheck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

1. Es­se­ner Ge­fahr­gut­ta­ge am 19.-20. Sep­tem­ber 2017 mit fach­be­glei­ten­der Aus­stel­lung

24.04.2017 | Seminare Workshops

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE