Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fruchtfliegen können zählen lernen

12.07.2012
Training lässt über Evolution Spuren in der DNA

Nicht nur der Mensch oder Tiere mit hochentwickeltem Gehirn schaffen es, ein Verständnis für Zahlen zu entwickeln. Selbst Fliegen können Nummern von Dingen unterscheiden - wenn auch noch nicht durch einmaliges oder wiederholtes Einüben, sondern über den Weg der Evolution. Derartige Studienergebnisse haben US-Evolutionsbiologen um Tristan Long auf einem Kongress ihrer Zunft in Kanada dargelegt.


Fruchtfliege: Kleines "Mathegenie", wenn es sein muss (Foto: Flickr/Gennari)

Blitze und Schütteln

Überprüft wurde die gezielte Nutzung von numerischer Information, die über das Offensichtliche - nach dem Schema "ein ganzes Rudel Wölfe ist gefährlicher als ein Einzeltier" - hinausgeht. Dazu testeten die Forscher eine Gruppe von Fruchtfliegen (Drosophila), denen sie 20-Minuten-Trainings verpassten. Die Insekten mussten dafür Lichtblitze über sich ergehen lassen und wurden bei einer bestimmten Anzahl dieser Stimuli jeweils mittels elektrischer Zahnbürste heftig geschüttelt.

So lange sie auch geblitzt und geschüttelt wurden, lernten die Fliegen nicht, die Zahl der Blitze mit dem Geschütteltwerden zu assoziieren und darauf entsprechend zu reagieren. Anders war dies jedoch, als die Forscher das Training auch beim Nachwuchs der Tiere und wiederum deren Nachwuchs wiederholten: Nach 40 Generationen Belästigung mit Negativ-Reizen gelang es den Fruchtfliegen endlich, die unterschiedliche Blitzzahl eindeutig zuzuordnen.

DNA-Änderung

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun herausfinden, welche Änderungen das Training in der DNA der Tiere bewirkt. "Es könnte zu einem besseren Verständnis verhelfen, warum manche Menschen mit Rechenschwäche Zahlen nicht unterscheiden können oder selbst einfachste Mathematik nicht verstehen", behaupten die Forscher.

Weitere Infos unter http://bit.ly/LLVexD

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.confersense.ca/Evolution2012

Weitere Berichte zu: DNA Evolution Fruchtfliege Spuren in der DNA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten