Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europaweite Studie will Gesundheit von Senioren fördern

28.02.2012
Mehr Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren sowie drei Mal pro Woche ein spezielles Bewegungsprogramm – so simpel könnte das Rezept sein, um auch im Alter noch gesund und fit zu bleiben.

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind an einer europaweiten Studie beteiligt, die jetzt prüfen will, ob dieses Rezept funktioniert: Mehr als 2000 Probanden, die mindestens 70 Jahre alt sein müssen, sollen über einen Zeitraum von drei Jahren in regelmäßigen Abständen untersucht werden.

Aufgeteilt in acht Gruppen, erhält ein Teil von ihnen zusätzliche Vitamin D-Präparate und Omega-3-Fettsäuren, während einem anderen Teil der Probanden ausschließlich Placebos verabreicht werden. Außerdem nehmen alle Teilnehmer an zwei unterschiedlichen Trainingsprogrammen teil, die die körperliche Fitness verbessern sollen. Ziel der Studie ist, Gesundheit bis ins hohe Alter zu fördern und damit einen Weg zu finden, um den demographisch bedingten Kostenanstieg für die Gesundheitssysteme zu verringern. Das Projekt läuft unter dem Titel „Do-Health“ und wird von der Europäischen Kommission sowie europäischen Unternehmen mit insgesamt 12,8 Millionen Euro gefördert.

„In Europa wird sich die Anzahl an Senioren über 70 Jahren in den nächsten 20 Jahren um 40 Prozent erhöhen“, sagt Prof. Dr. Dorothee Volkert, die die Theo und Friedl Schöller-Stiftungsprofessur für Klinische Ernährung im Alter an der FAU innehat und an der Studie beteiligt ist. „Im gleichen Zeitraum wird sich der Anteil der über 80-Jährigen sogar verdoppeln.“ Deswegen erwarten Gesundheitsbehörden und Ärzte eine entsprechende Zunahme von Menschen, die an altersbedingten chronischen Erkrankungen wie Osteoporose, Arthritis, Herzerkrankungen oder Demenz leiden.

Das Konzept, das im Rahmen der der Do-Health-Studie getestet wird, will dieser Entwicklung gegensteuern, Gesundheit länger erhalten und somit die finanziellen Auswirkungen auf das Gesundheitssystem verringern. Es baut auf den Ergebnissen mehrerer Untersuchungen auf, die zeigen, dass Vitamin D und einfache, gezielte Trainingsprogramme die funktionale Beweglichkeit von Senioren verbessern und sowohl Stürze als auch Knochenbrüche um bis zu 30 Prozent verringern können. Die Trainingsprogramme wurden von Physiotherapeuten entwickelt und haben sich als Reha-Maßnahme insbesondere für Patienten mit Hüftfrakturen bewährt. Omega-3-Fettsäuren sollen die positiven Effekte auf Knochen, Muskeln und Herz-Kreislaufsystem verstärken.

Die Durchführung der Studie

In acht europäischen Städten werden die Probanden rekrutiert und untersucht, darunter Nürnberg und Berlin, Toulouse, Coimbra in Portugal und Genf. Dadurch erhalten die Wissenschaftler Ergebnisse, die für die europäische Bevölkerung weitgehend repräsentativ sind und zugleich die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten sowie Umwelteinflüsse in den einzelnen Ländern berücksichtigen. Die Testpersonen müssen sich einmal jährlich medizinisch untersuchen lassen. Ob, und wenn ja, wie sehr sich ihr Gesundheitszustand verändert, messen die Ärzte an verschiedenen Faktoren: Unter anderem prüfen sie Knochendichte und Blutdruck, messen die körperliche Leistungsfähigkeit und kognitive Fähigkeiten. Zusätzlich führen die Wissenschaftler alle drei Monate ein Telefoninterview durch, in dem sie nach dem Gesundheitszustand der Probanden, zwischenzeitlichen Stürzen und Krankenhausaufenthalten fragen.

Mit der Rekrutierung der Senioren beginnen die beteiligten Projektpartner voraussichtlich im Juli 2012. Mehr Informationen zu der Studie gibt es in Kürze im Internet unter http://www.do-health.eu.

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet 1743, ist mit 33.500 Studierenden, 630 Professuren und rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Und sie ist, wie aktuelle Erhebungen zeigen, eine der erfolgreichsten und forschungsstärksten. So liegt die FAU beispielsweise beim aktuellen Forschungsranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf Platz 8 und gehört damit in die Liga der deutschen Spitzenuniversitäten. Neben dem Exzellenzcluster „Engineering of Advanced Materials“ (EAM9 und der im Rahmen der Exzellenzinitiative eingerichteten Graduiertenschule „School of Advanced Optical Technologies“ (SAOT) werden an der FAU derzeit 31 koordinierte Programme von der DFG gefördert

Die Friedrich-Alexander-Universität bietet insgesamt 142 Studiengänge an, darunter sieben Bayerische Elite-Master-Studiengänge und über 30 mit dezidiert internationaler Ausrichtung. Keine andere Universität in Deutschland kann auf ein derart breit gefächertes und interdisziplinäres Studienangebot auf allen Qualifikationsstufen verweisen. Durch über 500 Hochschulpartnerschaften in 62 Ländern steht den Studierenden der FAU schon während des Studiums die ganze Welt offen.

Mehr Informationen:
Prof. Dr. Dorothee Volkert
Tel.: 0911/3000-517
dorothee.volkert@aging.med.uni-erlangen.de

Dr. Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de
http://www.do-health.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie