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Erfolgreiche Biotech-Unternehmen mit Partnern in Entwicklungsländern

10.09.2009
Studie beweist: Niedrigere Herstellungskosten und bessere Aussichtschancen

Biotech-Unternehmen im Gesundheitsbereich kommen besser über die Runden, wenn sie Partner in Entwicklungsländern haben, kommt eine internationale Studie der University of Toronto zum Schluss.

Nicht nur niedrigere Kosten in Herstellung und Entwicklung, sondern auch Stärkung der Marktbreite und höheres Innovationspotenzial sind die Folge, berichten die Wissenschaftler in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Nature Biotechnology.

"Es ist erstaunlich, dass trotz der weltweiten Krise die Wirtschaft in den Ländern China und Indien immer noch wächst", meint Studien-Autorin Halla Thorsteinsdottir von der Dalla School of Public Health an der Toronto University im pressetext-Interview. "Engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Unternehmen in diesen Ländern helfen wiederum Unternehmen in Kanada und in anderen Entwicklungsländern, um die Rezession besser zu überstehen", erklärt die Forscherin.

Untersuchungen von 259 kanadischen Biotech-Unternehmen haben das deutlich gezeigt. "Mehr als 70 Prozent der angefragten Firmen haben bei der Studie mitgemacht. 26 Prozent der Firmen arbeiten mit Partnern in Entwicklungsländern und fast die Hälfte arbeitet nur mit solchen Partnern zusammen", so Thorsteinsdottir. Die stärksten Partner waren China mit 22 Kooperationen und Indien mit 17. Dort gab es auch intensive Bestrebungen, lokale Biotech-Kapazitäten aufzubauen.

Die Gründe für kanadische Unternehmen, ihre Fühler in andere Länder auszustrecken, waren vielfältig, erklärt Studie Co-Autorin Monali Ray vom McLaughlin-Rotman Centre for Global Health http://www.mrcglobal.org gegenüber pressetext. Zum einen gehe es natürlich darum in den Riesenmärkten Indien, China und Brasilien Fuß zu fassen und das große Bedürfnis an solchen Produkten zu decken. Zum anderen reduzieren die niedrigeren Kosten für die klinischen Tests und die Herstellung von Produkten in den Partnerländern die Entwicklungsgesamtkosten eines neuen Medikaments. "Dies kommt in weiterer Folge auch allen anderen Beteiligten zu Gute", erklärt Ray. Beispiele für positive Kooperationen gebe es in der Zwischenzeit genug. Eines davon ist etwa das Joint-Venture von YM-BioSciences und dem kubanischen Centre for Molecular Immunology. "Das ist ein gutes Beispiel eines starken Nord-Süd-Technologieaustausches." Das kanadische Unternehmen hat als erstes das Krebsmedikament Nimotuzumab, das in Kuba entwickelt und hergestellt wurde, lizensiert.

Die Untersuchungsdaten zeigen deutlich, dass nahezu alle Kooperationen zu gemeinsamen Produktentwicklungen geführt haben. Zahlreiche der Unternehmen haben solche bereits am Markt, während andere knapp davor stehen, sie zu vermarkten. "Wir konnten mit der Studie zeigen, dass solche Kooperationen mit Entwicklungsländern forciert werden sollen, da sie zahlreiche Vorteile bringen. Günstigere Medikamente kommen in weiterer Folge nämlich auch den allerärmsten Ländern zu Gute", so Thorsteinsdottir. Das gelte etwa auch für die Herstellung und den Vertrieb von Vakzinen. Positive Beispiele stärken zudem auch das Vertrauen von Investoren. "Das zieht die Aufmerksamkeit weiterer Investoren nach sich", so die Expertin.

"Wir müssen mehr dafür tun, diese Möglichkeiten wirksamer einzusetzen", so Ray. "Unternehmen haben begonnen mit Entwicklungsländern zu kooperieren, aber die Regierungen der Industrieländer müssen erst verstehen, dass sich die Landkarte der Innovationen verschiebt." Die Innovationspolitik müsse das berücksichtigen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.phs.utoronto.ca

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