Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jeder Dritte nutzt Internet als Gesundheits-Ratgeber

05.02.2013
Studie zur Internetnutzung: Trotz großer Reichweite bleiben Fachleute und Angehörige erste Beratungsinstanz bei Gesundheitsthemen

Das Internet wird von über einem Drittel der deutschen Bevölkerung als Gesundheitsratgeber genutzt. Unter den Internetnutzern setzten sogar mehr als die Hälfte (63 Prozent) auf das Netz, um Gesundheitsinformationen zu erhalten.

Dennoch haben Ärzte, Psychologen, Familienangehörige und Freunde einen größeren Einfluss auf das Gesundheitsverhalten als das World Wide Web. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Studie Leipziger Medizinpsychologen zur gesundheitsbezogenen Internetnutzung.

Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage nach der Bekanntheit und Akzeptanz internetbasierter psychotherapeutischer Beratungsangebote. Dazu wurden 2010 in einer repräsentativen Stichprobenbefragung 2411 Personen interviewt. „Unsere Ergebnisse bestätigen, was wir bisher nur vermutet haben: Das Internet spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle als Gesundheitsratgeber“, resümiert Prof. Elmar Brähler, Leiter der Studie und Direktor der Abteilung für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Leipzig. Die Leipziger führten die jetzt in der Zeitschrift „Psychotherapeut“ veröffentlichte Studie gemeinsam mit Kollegen der Universität Köln durch.

Über ein Drittel (37 Prozent) der Deutschen nutzen das Internet als Quelle für Gesundheitsinformationen, unter den Internetnutzern sind ist dies sogar fast zwei Drittel (63 Prozent). Allerdings wiegt die Meinung direkter Ansprechpartner schwerer – Ärzte, Apotheker, Familienangehörige und Freunde haben größeren Einfluss auf das Gesundheitsverhalten als das Internet. Immerhin 20 Prozent der Befragten gaben aber auch an, dem Internet bei Gesundheitsfragen einen „großen“ oder sogar „sehr großen“ Einfluss einzuräumen. Wenig bekannt seien hingegen die Möglichkeiten einer psychologischen Onlineberatung, obwohl es laut den Studienergebnissen eine große Bereitschaft gibt, solche Angebote in Zukunft zu nutzen.

„Ärzte und Therapeuten müssen sich darauf einstellen, künftig häufiger auf durch Webangebote vorinformierte Patienten zu treffen, aber auch Onlineberater oder andere Unterstützungsangebote in die Therapien einzubeziehen“, so Eichenberg zu den Schlussfolgerungen aus der Befragung. „Ihnen wird dabei die wichtige Aufgabe zukommen, selbst informiert zu sein und gute von unseriösen Quellen unterscheiden zu können“.

Kontakt:

Prof. Dr. Elmar Brähler
Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Universitätsklinikum Leipzig
Tel. 0341-97 1 88 00
E-Mail: elmar.braehler@medizin.uni-leipzig.de
PD Dr. Christina Eichenberg
Department Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität zu Köln

E-Mail: christiane@rz-online.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie