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Diabetes: Intensive Behandlung kann schädlich sein

27.01.2010
Niedrige Zuckerwerte steigern Sterberisiko um mehr als die Hälfte

Eine intensive Behandlung zur Senkung des Blutzuckers bei Patienten mit Diabetes kann genau so schädlich sein wie das Beibehalten der hohen Werte. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Cardiff University gekommen. Das Team um Craig Currie analysierte die Daten von fast 50.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Es zeigte sich, dass die niedrigsten Glukose-Werte mit einem erhöhten Sterberisiko in Zusammenhang standen. Zusätzlich wurden deutliche Unterschiede bei den Sterbezahlen bei Patienten, die Insulin verwendeten und jenen, die Tabletten einnahmen, sichtbar. Für dieses Phänomen sind laut den Experten verschiedene Erklärungen denkbar.

Daten von Allgemeinmedizinern

Basierend auf den Daten von Allgemeinmedizinern identifizierte das Team 27.965 Patienten mit Typ-2-Diabetes, deren Behandlung mit Hilfe von zwei oral verabreichten Medikamenten, Metformin und Sulphonylurea, intensiviert worden war. Die Daten von weiteren 20.005 Patienten, die mit Insulin weiterbehandelt wurden, vervollständigten die Datenbasis der Untersuchung.

Patienten mit einem HbA1c-Wert von rund 7,5 Prozent verfügten bei allen Todesursachen über das geringste Sterberisiko. Bei beiden Gruppen erhöhte sich das Risiko um mehr als die Hälfte, wenn die Werte auf 6,4 Prozent, die niedrigsten aufgezeichneten Werte, sanken. Bei den Patienten mit den höchsten Werten stieg das Risiko um fast 80 Prozent.

Risiken bei Insulinbehandlung

Die Risiken schienen jedoch bei Patienten, die mit Insulin behandelt wurden, besonders ausgeprägt zu sein. Unabhängig davon, ob die HbA1c-Werte hoch oder niedrig waren, kam es in dieser Gruppe zwischen 1986 und 2008 zu 2.834 Todesfällen. Das waren fast 50 Prozent mehr als in jener Gruppe, die mit einem kombinierten Ansatz behandelt worden war.

Die Verfasser der Studie räumten laut BBC ein, dass verschieden Faktoren eine Rolle spielen könnten. Ältere Patienten können auch noch andere Gesundheitsprobleme haben und bereits länger an Diabetes leiden. Hingewiesen wurde auch auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Insulin und dem Verlauf von Krebserkrankungen, der in einer anderen Studie hergestellt worden war. Currie betonte, dass noch zu untersuchen sei, ob die Intensivierung der Kontrolle der Zuckerwerte bei alleiniger Behandlung mit Insulin das Sterberisiko weiter erhöhe.

Details der Studie wurden im Fachmagazin The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cardiff.ac.uk

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