Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chance für Bio-Holzkohle gegen globale Erwärmung

18.01.2010
Amazonas-Indianer liefern Idee für umweltfreundlichen Dünger

Bio-Holzkohle könnte nach Ansicht eines US-Forscherteams eine geeignete Form sein, die globale Erwärmung zu stoppen. Neu ist die Idee der alternativen Kohle, die aus Holz, Gras und anderen organischen Substanzen besteht, nicht. Schon Indianer in Amazonien haben diese Holzkohle als Düngemittel verwendet.

Nun haben Wissenschaftler der Cornell University eine umfassende Lebenszyklus-Analyse gemacht und im Fachmagazin "Environmental Science & Technology" publiziert. Eine Massenproduktion der "Biochar" könnte Kohlenstoff, der sonst als CO2 in die Atmosphäre gelangen würde, binden. Die Holzkohle bewirkt unter anderem eine bessere Wasserspeicherung und eine Neutralisierung saurer Böden, wodurch die Auswaschung von Nährstoffen vermindert wird.

Auch in Europa ein Forschungsthema

Seit einigen Jahren befassen sich auch Forscher der School of Geosciences der Universität von Edinburgh mit der Bio-Holzkohle als CO2-Speicher. "Das gesamte Thema ist sehr eingängig, weil es als Konzept sehr einfach klingt", meint der Professor für Bodenkunde Saran Sohi im pressetext-Interview. "Im Detail ist das Thema um Biochar allerdings sehr komplex", so Sohi, der ein Jahr lang mit den Cornell-Forschern gearbeitet hat.

"Eine Grundvoraussetzung ist das homogene Material für die Herstellung der Holzkohle", betont Sohi. "Geeignet sind prinzipiell alle organischen Abfälle von Haushalten bis zu jenen aus der Landwirtschaft." Hier gäbe es eine große Zahl von Möglichkeiten. Wesentlich bei der Herstellung der Bio-Holzkohle sei ein moderner Prozess, um keine Abgase zu verursachen, die an die Atmosphäre abgegeben werden. Bei der Herstellung der Kohle entstehen Gase, die gesammelt werden und damit Energie liefern.

Cornell-Team untersucht Lebenszyklus der Biochar

Ein Teil der Forschungsarbeit der Cornell-Forscher um Kelli Roberts war eine Lebenszyklus-Analyse der Biochar-Herstellung. Damit soll auch das tatsächliche Potenzial der Holzkohle zur Verminderung der Treibhausgasemission errechnet werden. "Im Prinzip geht es darum, Pflanzen als Kohlenstoffspeicher zu nutzen", meint Sohi.

Das Ergebnis der US-Forscher war überraschend. Einige der Herstellungsmethoden haben wirklich das Potenzial zum Kohlenstoffspeicher, liefern zudem Energie und einen hervorragenden Dünger. Bis jetzt gibt es Versuche der Bio-Holzkohle-Produktion nur im kleinen Rahmen. "Das Potenzial ist wirklich sehr groß", meint Sohi. Es müsse allerdings an die verschiedenen Klimate und Strukturen angepasst werden. Und das sei eine große Herausforderung.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.geos.ed.ac.uk
http://www.cornell.edu
http://www.geos.ed.ac.uk/sccs/biochar/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Cybersicherheit für die Bahn von morgen

24.03.2017 | Informationstechnologie

Schnell und einfach: Edge Datacenter fürs Internet of Things

24.03.2017 | CeBIT 2017

Designer-Proteine falten DNA

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie