Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomasse boomt in Mittel- und Osteuropa

01.10.2008
Viele Länder Mittel- und Osteuropas haben großen Bedarf an Technologien für erneuerbare Energien. Der Grund dafür sind Klimaschutzbestrebungen, schrumpfende Öl- und Gasvorräte sowie steigende Energiepreise. Eine Fraunhofer-Studie analysiert Marktpotenziale, Fördermöglichkeiten und Rahmenbedingungen in diesem Wachstumsmarkt.

Das Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa hat jetzt die Studie »Erneuerbare Energien in ausgewählten mittel- und osteuropäischen Ländern« veröffentlicht. Die Studie analysiert Marktpotenziale und Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien (EE) in acht mittel- und osteuropäischen Staaten. Zielgruppe sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die nach Mittel- und Osteuropa expandieren wollen.

Dafür ist der Zeitpunkt momentan besonders günstig: In vielen der untersuchten Länder besteht ein großer Bedarf an EE-Technologien, nicht zuletzt durch EU-Vorgaben für einen steigenden EE-Anteil in den nächsten Jahren. Detailliert untersucht Fraunhofer die vier Schwerpunktländer Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Einen kompakteren Überblick geben »Spotlights« zu den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie zu Slowenien. Die nächste Länderstudie zu Rumänien erscheint im Januar 2009.

Polen bietet mit rund 26 Petajoule das größte Biogas-Potenzial

Einige Beispiele: Polen bietet mit 26,3 PJ das höchste Energiepflanzen-Potenzial für Biogas in Mittel- und Osteuropa – und verfügt damit über das drittgrößte Biogaspotenzial der EU. Litauen baut in erster Linie auf Wasserkraft, bietet aber Wachstumspotenzial für die Biomassenutzung: Stroh könnte jährlich rund 13 PJ beisteuern. Lettland erzielt bereits etwa 30 Prozent der Primärenergieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Hauptsächlich liegt das an den rund 70 Prozent, die Wasserkraft zur Stromerzeugung beisteuert. Estland produziert Biokraftstoff für den Export und will seine Wärmeversorgung zukünftig zu 100 Prozent über Biomasse abdecken.

Mit rund 2000 Sonnenstunden pro Jahr bietet Ungarn ein großes und weitgehend ungenutztes Potenzial an Solarenergie. Zur Wärmegewinnung nutzt Ungarn seine rund 380 Millionen Kubikmeter geothermisches Wasser– und produziert damit immerhin 3,2 PJ jährlich. Wasserkraft für Strom sowie Biomasse für die Wärmeproduktion dominieren ganz klassisch in Tschechien und der Slowakei. Biomasse hat in Slowenien ein Potenzial von 75 Petajoule (PJ), von dem derzeit lediglich 20 PJ genutzt werden. Den Ausbau von EE unterstützen alle acht Länder mit EU-Fördermitteln sowie nationalen Förderpro­grammen.

Orientierungshilfen für den Markteintritt

Die Teilstudien analysieren in jedem Land die aktuelle Marktsituation und technologische Potenziale, rechtliche Rahmenbedingungen, Einspeisevergütungen, politische und administrative Zustän­digkeiten, Fördermöglichkeiten auf nationaler und europäischer Ebene, markt­spe­zifischen Barrieren und Hemmnisse sowie Chancen für Investitionen. Im Fokus stehen die Technologiebereiche Biomasse, Sondergase, Biokraftstoffe, Solarthermie, Photovoltaik sowie Geothermie/ Wärmepumpen. Eine abschließende SWOT-Analyse fasst die Informationen zusammen und schätzt Chancen und Potenziale ab. Ein zusätzliches Kapitel gibt einen Überblick über europäische und deutsche Rahmenbedingungen und Förderprogramme für erneuerbare Energien mit internationalem Bezug. Die Studie zeichnet sich durch eine besondere Recherchetiefe aus: Die Informationen wurden zum größten Teil in den aktuellsten originalsprachlichen Datenquellen und Veröffentlichungen recherchiert. Durch zahlreiche Gespräche mit Energieexperten in den Zielländern wird zudem die aktuelle energiepolitische Diskussion erfasst und ausgewertet. Die Informationen sind auf dem Stand von Mai 2008.

Erhältlich sind sowohl einzelne Länderstudien als auch die gesamte Studie zu einem Paketpreis. Bei der Bestellung von mindestens 3 Länderstudien wird ein Rabatt von 20 Prozent gewährt. Der Überblick über die europäischen und deutschen Rahmenbedingungen ist bei jeder Bestellung inbegriffen.

Details zu den Preisen sowie Bestellung unter: http://www.moez.fraunhofer.de/fhg/Images/Bestellformular_EE-Studie_FINAL_tcm320-130766.pdf

Das MOEZ hat die Studie für erneuerbare Energien gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT erarbeitet.

Cornelia Dietze | Fraunhofer-Zentrum für Mittel- u
Weitere Informationen:
http://www.moez.fraunhofer.de
http://www.moez.fraunhofer.de/PUBLIKATIONEN/291_EE-Studie/index.jsp
http://www.moez.fraunhofer.de/fhg/Images/Bestellformular_EE-Studie_FINAL_tcm320-130766.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise