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Berlin-Institut forscht zu Afrikas demografischen Herausforderungen

25.05.2011
Internationaler Afrikatag: Das Berlin-Institut beteiligt sich seit Januar 2010 mit einer Studie an einer europäischen Öffentlichkeitskampagne, die Aufmerksamkeit für Afrikas demografische Herausforderungen wecken soll. Die Ergebnisse der Studie werden Mitte September 2011 vorgestellt. Das Projekt wird gefördert von der Europäischen Kommission.

Die Weltbevölkerung hat sich von 1950 bis heute verdreifacht. Und das Wachstum geht weiter: Statt der sieben Milliarden Menschen, die heute auf der Erde leben, werden es im Jahr 2050 über neun Milliarden Menschen sein. Dabei verläuft das weltweite Wachstum regional sehr unterschiedlich. Während in der Mehrzahl der Industrienationen die Bevölkerung nur leicht wächst oder sogar schrumpft – in Deutschland bis zum Jahr 2050 um etwa zwölf Millionen Menschen – steigt die Zahl der Menschen in den meisten Entwicklungsländern stark an.

Ein Großteil des Bevölkerungswachstums entfällt auf die Region südlich der Sahara. In vielen dieser Länder wird sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 verdoppeln oder sogar verdreifachen. Dadurch werden sich die extreme Armut und die massiven Entwicklungsprobleme hier noch einmal verschärfen. Schon heute leben in der Region südlich der Sahara 74 Prozent der Menschen von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Die Ernährungslage ist häufig kritisch. Zudem sind die Gesundheits- und Bildungssysteme schwach, so dass sie für die wachsende Zahl an Menschen nicht die notwendigen Leistungen bereitstellen können. Der Weg auf der Armutsspirale ist somit absehbar. Diese Situation, die das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele gefährdet, stellt die internationale Gemeinschaft vor immense Herausforderungen.

Gerade in Subsahara-Afrika bekommen viele Frauen mehr Kinder als sie wollen. Ihnen fehlt der Zugang zu wirksamen Verhütungsmethoden sowie Informationen und zum Teil auch der Freiraum zur Familienplanung. Um die Armut in Afrika nachhaltig zu senken und Entwicklung zu ermöglichen, sind daher höhere Investitionen in den Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit, einschließlich Familienplanung, dringend notwendig.

Die europäische Öffentlichkeitskampagne rückt dieses Thema stärker ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Als Grundlage der Kampagne erstellt das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit International Institute for Applied Systems Analysis eine Studie, deren Ergebnisse im Herbst 2011 auf einer internationalen Konferenz in Berlin mit Experten aus aller Welt diskutiert werden sollen. Darüber hinaus sind Workshops in ausgewählten afrikanischen Ländern geplant, um die Ergebnisse der Studie auch Entscheidungsträgern in Partnerländern nahe zu bringen. Eine umfangreiche Öffentlichkeitskampagne soll darauf aufmerksam machen, dass gerade in Afrika das Bevölkerungswachstum es erheblich erschwert, die Millennium-Entwicklungsziele zu erreichen.

Vier Partnerinstitutionen führen das Projekt drei Jahre lang durch: die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) als Leitungsorganisation, das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (BI), die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI) sowie die ungarische BOCS Foundation. Außerdem arbeiten die Partner mit dem österreichischen International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und Partners in Population and Development (PPD), Uganda, zusammen.

Dr. Margret Karsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.berlin-institut.org

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