Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zeigt: Bedeutender IT-Sicherheitsrückstand in westeuropäischen Unternehmen

30.01.2002


Meist unzureichende IT-Sicherheitspolitik und IT-Sicherheitstechnologien / Externe Angriffe nehmen an Bedeutung zu / Nur mäßige Investitionsbereitschaft

Die wenigsten Unternehmen haben bis heute eine durchgehende IT-Sicherheitspolitik etabliert, die regelmäßig überwacht und aktualisiert wird. Moderne Sicherheitstechniken, mit denen der Datenzugriffsschutz wirkungsvoll erweitert werden könnte, behandeln die Unternehmen eher stiefmütterlich. Auf die zunehmende Gefahr externer Angriffe sind sie nicht ausreichend vorbereitet und wenig bereit, entsprechend in ihre Informationstechnologie zu investieren.

Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Studie über den Stand der IT-Sicherheit in westeuropäischen Unternehmen, die das internationale Beratungs- und Prüfungsunternehmen Andersen in zwölf Ländern durchgeführt hat. Teilnehmer waren IT-Spezialisten und Top-Manager aus 850 Unternehmen, 127 davon in Deutschland.

Wie aus der Studie hervorgeht, erklären immerhin zwei Drittel der Befragten, dass ihr Unternehmen über ein Paket sich ergänzender IT-Sicherheitsstrategien verfügt. Nur 25 Prozent der Befragten meinen allerdings, dass dieses Paket permanent überwacht und aktualisiert wird. Der darin zum Ausdruck kommende Sicherheitsrückstand ist um so erstaunlicher, als die Mehrheit der Teilnehmer Datensicherheit für ihr Unternehmen als sehr wichtig einstuft, so die Studie.

Die meist unzureichende Sicherheitspolitik drückt sich auch in der Wahl der Sicherheitstechnologien aus. „So konzentrieren sich westeuropäische Unternehmen vor allem auf den Zugangsschutz an der Schnittstelle zwischen externem und lokalem Firmennetz“, erklärt Markus Bittner, Experienced Manager bei Andersen. Moderne und effiziente Sicherheitstechniken, die einen durchgängigen Zugriffsschutz vom Benutzer bis hin zur Zielanwendung - z. B. zur Finanzbuchhaltung - ermöglichen, sind laut der Studie kaum anzutreffen.

Wie die Studie zeigt, sind die westeuropäischen Unternehmen zudem mit einem Wandel des Gefahrenszenarios konfrontiert. Kamen die Angriffe bisher zu 70 bis 80 Prozent von innen durch eigene Mitarbeiter, sind mittlerweile 55 Prozent externe Angriffe. Zum Typus der Angreifer befragt, nannten die Teilnehmer eigene Mitarbeiter (49 Prozent), unabhängige Hacker (41 Prozent), direkte Wettbewerber (4 Prozent), ausländische Unternehmen (4 Prozent) und ausländische Regierungen (1 Prozent).

Noch schwerwiegender sind die Zahlen für deutschen Unternehmen. Hier verweisen die Befragten zu 60 Prozent auf Angriffe aus dem Internet. Bei den Angriffstypen unterscheiden sie eigene Mitarbeiter (35 Prozent), unabhängige Hacker (54 Prozent), direkte Wettbewerber (4 Prozent) und ausländische Unternehmen (7 Prozent).

Dennoch ist die Investitionsbereitschaft der westeuropäischen Unternehmen eher moderat. 40 Prozent aller befragten Unternehmen wollen speziell für Sicherheit lediglich zwischen null und fünf Prozent des IT-Etats ausgeben. Fast ein Drittel (29 Prozent) machte zur weiteren Entwicklung des IT-Budgets keine Aussage.

Markus Bittner | Presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften