Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tübinger Tropenmedizin startet neue Medikamentenstudie im Kampf gegen Malaria bei Kindern in Afrika

05.09.2007
Der Erreger der schweren Malaria tötet jedes Jahr mehr als eine Millionen Kinder in Afrika.

In Gabun/Zentralafrika startet ab sofort die Rekrutierung der ersten, an schwerer Malaria erkrankten Kinder innerhalb einer multizentrischen Phase II-Medikamentenstudie mit dem Medikament Artesunat. Prof. Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin des Universitätsklinikums Tübingen und Initiator der Studie: "Wenn wir eine gute Wirksamkeit und Sicherheit sowie Verträglichkeit der neuen Artesunat-Therapie bei afrikanischen Kindern aufzeigen können wird dieses neue Mittel sehr bald schon das Leben vieler Kinder in Afrika retten."

Die in Gabun und Malawi stattfindende Studie wird mit 5,2 Millionen Euro durch die Organisation EDCTP (European and Developing Countries Clinical Trials Partnership, http://www.edctp.org) gefördert und von Tübingen aus koordiniert.

Plasmodium falciparum, der Erreger der schweren Malaria, tötet jedes Jahr mehr als eine Millionen Kinder in Afrika. Dort wird zur Zeit die intravenöse Gabe von Chinin zur Behandlung von schwerer Malaria angewandt. Dieses Medikament hat allerdings ein sehr enges therapeutisches Fenster in dem es gut toleriert wird. Die falsch dosierte Verabreichung von Chinin kann schwere Nebenwirkungen hervorrufen.

Alternativ wird mittlerweile die intravenöse Behandlung mit Artesunat, einem wasserlöslichen Artemisinin-Derivat, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Behandlung der schweren Malaria bei Erwachsenen in Regionen mit geringer Malaria-Übertragungsrate empfohlen. Wenig ist bisher bekannt über die Wirksamkeit von Artesunat bei Kindern mit Malaria, die in Gebieten mit ganzjährig hohen Übertragungsraten leben.

Dr. Carsten Köhler, Projektmanager der Studie: "Die nun angelaufene Medikamentenstudie ist eine randomisierte, doppel-blinde Phase II Dosisfindungs-Studie und wird nach ICH-GCP- (International Conference on Harmonisation - Good Clincal Practice) Standard durchgeführt. Mit ihr wird die Wirksamkeit, Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik bei der Gabe von nach GMP (Good Manufacturing Practice) hergestelltem Artesunat an Kinder mit schwerer Malaria untersucht. Zudem werden zwei zeitlich unterschiedliche Dosierungsschemata miteinander verglichen."

Durchgeführt wird die von MMV (Medicines for Malaria Venture, http://www.mmv.org) gesponserte Studie an drei Orten in Afrika:

Albert Schweitzer Hospital, Lambaréné, Gabun
Université de Médecine et Science de la Santé, Libreville, Gabun
Queen Elizabeth Central Hospital, Blantyre, Malawi
Das Training der Mitarbeiter der beteiligten Studieneinheiten in "Guter klinischer Praxis" (ICH-GCP) übernimmt die Vienna School of Clinical Research (VSCR) in Wien gemeinsam mit Ärzten aus Tübingen und Afrika.

Studien-Projekt-Team:

Prof. Dr. Peter G. Kremsner, koordinierender Studienleiter, Institut für Tropenmedizin, Universitätsklinikum Tübingen
Dr. med. Dipl. Biol. Carsten Köhler, Projektmanager, Institut für Tropenmedizin, Universitätsklinikum Tübingen
Dr. Jörg Möhrle, Vertreter des Sponsors, MMV, Genf
Dr. Stephan Duparc, Medizinischer Direktor des Sponsors, MMV, Genf
Dr. Dr. Saadou Issifou, Studienleiter am Albert Schweitzer Hospital, Lambaréné, Gabun
Prof. Dr. Maryvonne Kombila, Studienleiterin an der Université de Médecine et Science de la Santé, Libreville, Gabun

Professor Dr. Terrie Taylor, Studienleiterin am Queen Elizabeth Central Hospital, Blantyre, Malawi

Ansprechpartner für die Presse

Universitätsklinikum Tübingen
Institut für Tropenmedizin, Sektion Humanparasitologie
Wilhelmstrasse 27, 72074 Tübingen
Professor Dr. Peter G. Kremsner, Tel. 07071/29-8 71 79
peter.kremsner@uni-tuebingen.de
Dr. Carsten Köhler, Tel. 07071/29-8 02 29
carsten.koehler@uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de
http://www.mmv.org

Weitere Berichte zu: Artesunat Hospital MMV Malaria Medikamentenstudie Tropenmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics