Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bluthochdruck bei Jugendlichen wird Volkskrankheit

28.08.2007
Charité-Studie belegt hormonelle Ursache

Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, dass ein körpereigenes Hormon wesentlich zur Entstehung von Bluthochdruck bei Jugendlichen beiträgt.

Im Rahmen einer kürzlich publizierten Studie? hat die Forschergruppe um Privatdozent Dr. Joachim Jankowski und Dr. Vera Jankowski von der Medizinischen Klinik IV am Campus Benjamin Franklin das Blutplasma von 40 Patienten mit Bluthochdruck im Alter von 13 bis 16 Jahren untersucht und mit dem einer etwa gleich großen und gleichaltrigen Patientengruppe ohne Bluthochdruck verglichen.

Die Wissenschafter konnten nachweisen, dass die erhöhten Blutdruckwerte der Jugendlichen durch die Konzentration des Hormons "Uridin-Adenosin-Tetraphosphat" im Blutplasma bestimmt werden. Bereits vor mehr als einem Jahr ist es den Wissenschaftlern der Charité gelungen, das Hormon erstmals zu isolieren. Jetzt konnte belegt werden, welche große Bedeutung dieses Hormon hat: Je höher dessen Anteil im Blut, desto größer ist das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Außerdem bestimmt das Hormon die Herzmuskelmasse und die Gefäßdicke.

Bluthochdruck oder Hypertonie tritt bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger auf. Etwa drei Prozent leiden bereits darunter. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, steigt das Risiko, als Erwachsener lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nieren- und Gefäßschäden zu entwickeln.

Die momentan verfügbaren blutdrucksenkenden Medikamente beseitigen nicht die eigentlichen Ursachen des Bluthochdrucks. Denn: Diese waren bisher unbekannt. Das soll nun anders werden. "Das von uns nachgewiesene Hormon ist eine direkte Ursache der Hypertonie. In einem nächsten Schritt können wir nun spezifischere Medikamente entwickeln, die unmittelbar beim Hormon ansetzen", erklärt Jankowski. Zunächst jedoch möchten die Forscher beweisen, dass der Zusammenhang zwischen Hormon und Bluthochdruck auch bei Erwachsenen gilt, denn hier ist Hypertonie schon längst zu einer Volkskrankheit geworden. "Dies ist jedoch schwieriger als bei den Jugendlichen, da die meisten Erwachsenen bereits in Behandlung sind. Dadurch können die Untersuchungsergebnisse beeinflusst werden."

Kontakt
Dr. Joachim Jankowski
Medizinische Klinik IV
Charité -
Universitätsmedizin Berlin
Tel.: 030 - 8445 1771
joachim.jankowski@charite.de

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

Weitere Berichte zu: Bluthochdruck Hormon Hypertonie Volkskrankheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie