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Deutschland hinkt in Innovations-Rangliste hinterher

07.03.2007
Spezialisierung und Ausbau inländischer Treiberfaktoren gefordert

Deutschland nimmt in der weltweiten Innovationsrangliste keine Spitzenposition ein, besitzt teils erheblichen Nachholbedarf und sollte sich in globalen Innovationsnetzwerken verstärkt und primär auf seine Rolle als Erfinder ausrichten. Für alle weiteren potenziellen Ausrichtungen seien die Voraussetzungen (noch) nicht in tragfähigem Umfang gegeben. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung des Marktforschungsunternehmens Forrester Research, die eine Analyse der Innovationsleistung unter 26 OECD-Ländern durchführte. "Erhebliche Entwicklungspotenziale bestehen für den Standort Deutschland vor allem im Ausbau der Biotechnologie und bei der Schlagkraft von Patentanmeldungen", erklärt Thomas Mendel, Vizepräsident und Research-Direktor von Forrester Research, im Gespräch mit pressetext.

Gemessen an den vier Hauptkriterien Erfinder, Innovations-Umsetzer, Innovations-Broker und Kapitalgeber liegt Deutschland hinsichtlich seiner Innovationsleistung abgeschlagen hinter Finnland, Irland, Schweden, der Schweiz und den USA. Während hoch entwickelte Industrienationen wie Japan und die USA durchschnittlich 1.270 Dollar pro Kopf und Jahr für Forschung und Entwicklung ausgeben, hapert es laut Forrester Research hierzulande an dem mangelnden politischen Engagement in punkto Innovationsverständnis. Das Hauptproblem sieht Forrester Research als Fazit der Analyse darin, dass durch das Verwechseln von Innovation und Erfindung durch die Politik und Bürokratie oftmals Steuergelder unnötig verschwendet würden. "Nationale Stärke, Macht, Wohlstand und Wohlergehen brauchen Raum für Innovationen. Erfindungen allein reichen nicht", unterstreicht Forrester Research-Direktor und Vizepräsident Mechelle de Lussanet. Deutschland sollte sich daher nicht als "geschlossenes System" sehen, sondern dafür Sorge tragen, dass "Innovationstreiber aus dem eigenen Hause kommen".

Die Experten attestieren Deutschland ausreichend vorhandenes Potenzial beim Blick auf den Technologiestandort. Folglich sollte der Bereich der Biotechnologie weiter forciert und Patentanmeldungen ausgebaut werden. Die Schaffung nötiger Rahmenbedingungen sieht Forrester Research in der Notwendigkeit, höhere Ausgaben für Ausbildung sowie akademische Forschung und Entwicklung aufzubringen. Dennoch liegt die Bundesrepublik nur unterdurchschnittlich im Mittelfeld, wenn es darum geht, Investitionen in den Produktionsstandort für ausländische Unternehmen attraktiv zu gestalten. Als Vorzeigeland, das das Umfeld für Industrieunternehmen innerhalb des globalen Innovationsnetzwerks etabliert hat, führen die Analysten die USA am Beispiel IBM, Procter & Gamble an. Daher empfiehlt Navi Radjou, Forrester Research Vizepräsident: "Die einzelnen Länder sollten auf ihre Stärken setzen und sich Partner suchen, die über komplementäre Fähigkeiten verfügen."

Die USA und Schweiz verdeutlichen, dass aufgrund der akademischen Leistung und dem High-Tech-Vorteil der höchste Rang in der Gruppe der Erfinder möglich ist. Irland punktet durch die Verknüpfung von Produktions- und Marketingwissen sowie guter Lage, was Unternehmen anzieht. Finnland und Schweden profitieren von ihrer Rolle als Kapitalgeber (Pro-Kopf-Ausgaben für Forschung und Entwicklung und Risikokapital).

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.forrester.com
http://www.procterundgamble.com
http://www.ibm.com

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