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Risikomanagement und Solvency II in Versicherungsunternehmen

26.02.2007
Studie von KPMG und Universität Oldenburg

Die Rahmenbedingungen für die Versicherungswirtschaft in Europa sind aufgrund von Solvency II derzeit einem raschen, tief greifenden Veränderungsprozess unterworfen. Versicherungsunternehmen sind mit wachsenden regulatorischen Anforderungen konfrontiert, die sich insbesondere auf das Risikomanagement konzentrieren.

Eine gemeinsame Studie von KPMG und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zeigt, wie deutsche Versicherungsunternehmen die Auswirkungen von Solvency II einschätzen, welchen Stand das Risikomanagement erreicht hat und welche Veränderungen erwartet werden. Die Studie enthält eine detaillierte Auswertung der Antworten auf mehr als 60 Fragen. Insgesamt nahmen 83 Versicherungsunternehmen aus den Bereichen der Schaden- und Unfallversicherung (inkl. Rechtsschutz), der Lebens-, Kranken- und Rückversicherung sowie der Pensionskassen und -fonds mit einem Bruttobeitragsaufkommen von über 50 Mrd. Euro teil.

Wachsende regulatorische Anforderungen sind ein Treiber für die Weiterentwicklung des Risikomanagements, allerdings nicht der wichtigste. Viele Versicherungsunternehmen erwarten vom Ausbau und der Intensivierung ihrer Risikomanagementaktivitäten betriebswirtschaftlichen Nutzen und wirtschaftliche Chancen. Je umfassender hochwertige Informationen aus dem Risikomanagement in Unternehmensprozessen verwendet werden, umso eher erwächst ein Wettbewerbsvorteil - so die Erwartung vieler Versicherungsunternehmen.

Dr. Peter Ott (Partner bei KPMG) und Ludger Dorenkamp (Director bei KPMG) betonen, dass Risikomanagement bei Versicherungsunternehmen nicht allein der Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen dienen sollte. Vielmehr könne ein ausgewogenes, auf die individuellen Belange des jeweiligen Versicherungsunternehmens abgestimmtes Risikomanagement einen wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung der Kapitalressourcen leisten.

In vielen Bereichen sehen sich die befragten Versicherungsunternehmen für Solvency II bereits gut gerüstet, so zum Beispiel bei den Themen Risikobewusstsein und Risk Governance. An anderen Stellen sind Verbesserungspotenziale sichtbar, etwa in Hinblick auf die Entwicklung von Mitarbeiter-Know-how oder die Einführung von Frühwarnsystemen für operationale Risiken. Generell ist im Bereich der Risikomessung und -steuerung Entwicklungsbereitschaft sichtbar. Prof. Dr. Dietmar Pfeifer von der Universität Oldenburg sieht in diesem Zusammenhang eine wachsende Bedeutung mathematisch-statistischer Verfahren zur Modellbildung.

Es wird interessant sein zu beobachten, wie die unmittelbar bevorstehenden weiteren Schritte hin zu Solvency II, zum Beispiel MaRisk für Versicherungen oder die bevorstehende EU-Rahmenrichtlinie, die in der Studie bereits dargestellten Entwicklungen beeinflussen und bescheunigen werden.

Thomas Blees | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

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