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2007: Boomjahr für deutschen Immobilienmarkt

05.02.2007
PwC-Studie: München und Hamburg zählen erstmals zu den zehn attraktivsten Standorten Europas / Frankfurt und Berlin im internationalen Vergleich abgeschlagen / Shopping-Center europaweit bevorzugt

Der deutsche Immobilienmarkt steht vor einem Boomjahr. Vom wieder erwachten Interesse internationaler Investoren profitieren vor allem München und Hamburg, wie aus der aktuellen Marktanalyse "Emerging Trends in Real Estate Europe 2007" von PricewaterhouseCoopers (PwC) und dem Urban Land Institute (ULI) hervor geht. Die Metropolen im Süden und Norden Deutschlands zählen nach Ansicht der knapp 400 befragten internationalen Immobilienexperten zu Europas attraktivsten Investitionsstandorten und haben damit zum ersten Mal seit Beginn der Marktanalyse im Jahr 2004 den Sprung in die Top 10 geschafft.

"Für den deutschen Markt sprechen nicht nur die günstigen Konjunkturperspektiven, sondern auch die im europäischen Vergleich niedrigen Immobilienpreise", erläutert Dr. Helmut Trappmann, PwC-Partner und Leiter des Bereichs Real Estate. Zusätzliche Impulse dürfte die für 2007 erwartete Zulassung von börsennotierten Immobilienfonds in Deutschland, den so genannten G-REITs (German Real Estate Investment Trust), bringen. Viele Unternehmen dürften ihre Gewerbeimmobilien schnell in einen REIT einbringen, um vom bis 2009 ermäßigten Steuersatz für Veräußerungsgewinne profitieren zu können. Außerdem wird die geplante Novellierung des Investmentgesetzes den Standort Deutschland für Immobilieninvestitionen insgesamt attraktiver gestalten.

Kapitalzufluss hält an

Im Jahr 2006 erreichten die Direktinvestitionen in den europäischen Immobilienmarkt ein Volumen von geschätzt über 153 Milliarden Euro (2005: 151 Milliarden Euro). Für 2007 erwarten die Branchenexperten insgesamt eine ruhigere Entwicklung, der deutsche Immobilienmarkt dürfte jedoch einen größeren Teil der europäischen Investitionen auf sich ziehen. "Zwar haben die Renditen in den vergangenen Jahren deutlich nachgegeben. Die steigende Nachfrage nach Büro- und Geschäftsflächen wird aber schon bald deutlich höhere Mieten und höhere Verkaufspreise ermöglichen", erwartet Trappmann. Internationale Investoren haben sich auf diese Entwicklung bereits eingestellt und allein in den vergangenen zwei Jahren schätzungsweise über 41 Milliarden Euro in Deutschland angelegt. Allein im ersten Halbjahr 2006 zog Deutschland gut 17 Milliarden Euro (rund 25 Prozent) aller grenzüberschreitenden Immobilieninvestitionen in Europa an.

München und Hamburg vorn - Frankfurt abgeschlagen

Gemessen an der Bewertung von Ertrag und Risiko durch die befragten Branchenexperten bleibt Paris im Jahr 2007 der attraktivste Immobilienmarkt Europas. London folgt wie bereits 2006 auf dem zweiten Platz. Einen großen Sprung nach vorn machte München, das sich im Jahresvergleich vom 17. auf den vierten Platz hinter Stockholm vorschob. Hamburg verbesserte sich um fünf Positionen auf Rang neun. "Für Hamburg und München sprechen die hervorragenden Perspektiven bei Büroimmobilien. Zwei Drittel der Befragten geben hier Kaufempfehlungen. In Paris würden demgegenüber nur knapp 54 Prozent und in London lediglich 40 Prozent der Branchenexperten zum Kauf von Büroflächen raten", so Trappmann.

Berlin rangiert demgegenüber im Standortvergleich auf Platz 25, Frankfurt am Main ist mit Rang 27 sogar europäisches Schlusslicht. Beide Städte leiden nach Ansicht der Befragten weiterhin unter einem Überangebot von Büro- und Geschäftsflächen. So lag die Leerstandsquote im dritten Quartal 2006 bei Büroimmobilien in Frankfurt bei 14,5 Prozent und in Berlin bei 10,1 Prozent. Demgegenüber erreichte München einen Wert von 8,3 Prozent und Hamburg sogar eine Quote von lediglich 7,9 Prozent.

Shopping-Center hoch im Kurs

Europaweit bringen Investitionen in Shopping-Center auch 2007 die höchsten Renditen. Auf einer Skala von eins (miserabel) bis neun (hervorragend) vergeben die befragten Experten eine Durchschnittsnote von 6,19. Etwas schlechter sind die Perspektiven für Einkaufscenter außerhalb der Innenstädte (5,97) sowie einzelne Geschäftsimmobilien (Note: 5,83).

Klarer Favorit als Standort für Geschäftsimmobilien ist im laufenden Jahr Moskau. Fast 72 Prozent der befragten Immobilienexperten würden Ladenflächen in der russischen Hauptstadt kaufen. Istanbul folgt auf dem zweiten Rang (Anteil der Kaufempfehlungen: 63 Prozent). Hamburg (56 Prozent) und München (54,5 Prozent) erreichen die Plätze sechs und sieben, während die Perspektiven für Frankfurt (47,2 Prozent) und Berlin (37,1 Prozent) auf den Rängen 12 und 19 schwächer eingeschätzt werden.

Hotelmarkt in Deutschland wird schwieriger

Die zweithöchsten Renditeerwartungen hinter Investitionen in Shopping-Center knüpfen die befragten Experten an den Hotelmarkt. Da immer mehr ältere Menschen in Europa ausreichend Zeit und Geld zur Verfügung haben, sind die Aussichten vor allem für Wellness-Hotels und Resorts gut. Nach vorläufigen Schätzungen beliefen sich die Investitionen in Hotelimmobilien im vergangenen Jahr europaweit auf gut 20 Milliarden Euro.

Die Entwicklung des deutschen Hotelmarktes ist nach Einschätzung der Immobilienexperten allerdings nur schwer zu prognostizieren. Nachdem im Jahr 2006 vor allem ausländische Investoren die Rekordsumme von einer Milliarde Euro in Hotels steckten, befürchten einige Beobachter ein Überangebot. Andere sehen hingegen noch Entwicklungschancen, vor allem im Budget-Bereich.

Die aktuelle Studie "Emerging Trends in Real Estate 2007" von PwC und ULI erhalten Sie als kostenlosen Download unter: www.pwc.de/de/presse

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Dr. Helmut Trappmann
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Leiter des Bereichs Real Estate
Tel.: (030) 26 36 - 11 61
E-Mail: helmut.trappmann@de.pwc.com
Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in Deutschland mit 8.100 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).

Claudia Mende | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

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