Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zusammenhang zwischen Parkinson und allergischem Schnupfen

09.08.2006
Entzündungen lassen Gehirnzellen sterben

Menschen, die an allergischen Schnupfen leiden, haben eine 2,9-mal größere Chance, an Parkinson zu erkranken, als Menschen ohne eine derartige Allergie. Zu dieser Schlussfolgerung kommt ein Wissenschaftlerteam um den Neurologen James Bower der Mayo Clinic im US-amerikanischen Rochester, nachdem sie die Gesundheitsgeschichte von 196 Parkinson-Patienten mit der einer ebenso großen, gesunden Kontrollgruppe verglichen hatten. Die Forscher vermuten, dass allergische Erkrankungen wie etwa Heuschnupfen eine Gehirnentzündung auslösen können, wodurch der Ausbruch der Parkinson-Erkrankung beschleunigt wird. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht.

"Allergischer Schnupfen provoziert eine starke Immunreaktion im Körper und vermutlich auch im Gehirn, wodurch eine Entzündung entstehen könnte", erklärt Bower. Diese Entzündung dürfte bestimmte Chemikalien im Gehirn freisetzen, wodurch Gehirnzellen absterben. Wenn große Mengen dopaminproduzierender Gehirnzellen absterben, verliere der Betroffene die Kontrolle über seine Muskeln, wie es für Parkinson typisch sei. Auch in früheren Studien konnte dieser Zusammenhang zwischen Entzündungsreaktionen und Parkinson nachgewiesen werden. So konnte eine Studie der Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Disease http://www.michaeljfox.org und des National Institute for Neurologic Diseases and Stroke http://www.ninds.nih.gov belegen, dass nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente wie etwa Ibuprofen Schutz vor Parkinson gewähren.

Dass es den Forschern nicht gelungen ist, einen Zusammenhang zwischen Parkinson und anderen entzündlichen Erkrankungen, wie etwa chronischem Gelenkrheumatismus oder der Autoimmunerkrankung Lupus, nachzuweisen, ist laut Bower auf den geringen Umfang der Studiengruppe zurückzuführen. Auffallend war, dass es keinen nachweislichen Zusammenhang zwischen Parkinson und Asthma gab. "Ich vermute, dass wir keine Verbindung gefunden haben, da Asthma nicht bei allen Patienten eine Entzündungsreaktion auslöst", so Bower.

Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass allergischer Schnupfen auf direktem Wege Parkinson auslöst, betonen die Forscher. Vermutlich sei es lediglich ein Risikofaktor unter vielen. Dennoch hoffen sie, dass die neuen Erkenntnisse neue Wege für Therapien gegen Parkinson eröffnen.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mayoclinic.com
http://www.neurology.org

Weitere Berichte zu: Entzündung Gehirnzelle Parkinson Schnupfen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise