Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie belegt: Nebenjobs bei Ingenieur-Studierenden keine Ausnahme

26.07.2006
Rund drei Viertel der Ingenieurstudierenden jobben heute neben ihrem Studium.

Überwiegend arbeiten sie in fachnahen Bereichen und nutzen diese Nebentätigkeit gezielt als Einstieg ins spätere Berufsleben. Dies müsse bei der Umsetzung der B.A. bzw. Master-Studiengänge berücksichtigt werden, bei der nach wie vor von Vollzeitstudierenden ausgegangen würde. Dies ergab eine Studie, die die Universität Dortmund gemeinsam mit der TU Berlin erarbeitet hat.

Demnach jobben 74% der befragten Studierenden neben dem Studium, ein Großteil von ihnen bereits seit Studienbeginn. Die meisten der Studierenden (85%) arbeiten in der Vorlesungszeit. Mit steigendem Fachsemester tritt das Studium in den Hintergrund, und andere Betätigungen (vor allem das Jobben) treten in den Vordergrund - d.h. die älteren Studierenden arbeiten mehr als die jüngeren. Im Durchschnitt arbeiten die Studierenden ca. 14 Stunden in der Woche, die meisten von ihnen zwischen neun und 16 Stunden in der Woche, 64 % jobben, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten! Dabei rechnet fast die Hälfte der Befragten damit, dass sich ihr Studium durch das Jobben um ein bis vier Semester verlängert.

Die Zahlen jobbender bzw. fachnah jobbender Studierender stimmen gut überein mit denen der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, so die Studie. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass ihre Ergebnisse nicht nur auf die untersuchten Studiengänge zutreffen, sondern auch auf andere ingenieurwissenschaftliche bzw. auf viele andere Studiengänge. Das Bild vom Vollzeitstudierenden sei mit der heutigen Studienrealität nicht mehr zu vereinbaren, wenn rund die Hälfte aller Studierenden schon während des Studiums halbtags jobbt. Auf diese Weise werde der Übergang in den Beruf "fließend" vollzogen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Einführung von Studiengebühren einen erheblichen Einfluss auf die Studiendauer hat und fordern, dieses bei der Gestaltung der Studiengänge zu berücksichtigen. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die finanzielle Situation der Studierenden in der nächsten Zukunft verbessern werde.

Die Mehrheit der Befragten erleben den Nebenjob dennoch als eine "Investition in die Zukunft", da der Bezug zum Studium den Erwerb von Qualifikationen ermögliche, die sie in ihrem späteren Beruf gut gebrauchen können. Außerdem könne man seine Sozial- und Methodenkompetenz im Job besser ausbilden als im Studium.

Die Untersuchung wurde durchgeführt von Prof. Sigrid Metz-Goeckel (Leitung), Annette Klein und Petra Selent von der Uni Dortmund sowie von Dr. Wolfgang Neef (Leitung) und Noara Kebir von der TU Berlin. Projektträger ist die Hans-Böckler-Stiftung. Eingebunden waren die klassischen Ingenieurstudiengänge Bauingenieurwesen, Informatik, Maschinenbau an der RWTH Aachen, der TU Berlin und der Universität Dortmund. Befragt wurden 4.182 Studierende, von denen jeder fünfte antwortete.

Weitere Informationen:
Petra Selent Ruf: (0231) 755-2995
Hochschuldidaktisches Zentrum (HDZ)
der Universität Dortmund

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-dortmund.de/

Weitere Berichte zu: Ingenieur-Studierende Nebenjob Selent Vollzeitstudierende

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen