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Medikament macht vegetativen Zustand rückgängig

24.05.2006


Schlafmittel ermöglicht Reaktion auf Umwelt und Gespräche



Ein Schlafmittel kann den Zustand von Menschen in einem permanenten vegetativen Zustand zeitweise so sehr verbessern, dass sie wieder ein Gespräch führen können. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von südafrikanischen Wissenschaftlern unter der Leitung von Ralf Clauss vom Royal Surrey Hospital gekommen. Zolpidem wird normalerweise zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt. Die Forscher untersuchten die Wirkung des Medikaments bei drei Patienten, die das Medikament seit bis zu sechs Jahren einnahmen. Die Ergebnisse der Studie wurden in NeuroRehabilitation veröffentlicht.



Jeder der drei Patienten erhielt das Medikament jeden Morgen. Eine Verbesserung des Zustandes zeigte sich innerhalb von 20 Minuten nach der Einnahme und verschwand nach rund vier Stunden wieder, wenn die Patienten wieder in ihren Normalzustand gelangten. Patient L befand sich seit drei Jahren in einem vegetativen Zustand und zeigte keine Reaktion auf Berührung oder auf seine Familie. Nach der Einnahme des Medikaments konnte er mit ihnen reden und einfache Fragen beantworten. Patient G konnte ebenfalls Fragen beantworten und einen Basketball fangen. Patient N schrie beständig. Er hörte nach der Einnahme auf als er begann fernzusehen. Auch er reagierte auf seine Familie.

Der Wissenschaftler Ralf Clauss erklärte gegenüber der BBC, dass es für jeden beschädigten Bereich im Gehirn auch einen ruhenden Bereich gäbe, der eine Art von Schutzmechanismus darzustellen scheint. "Das geschädigte Gewebe ist zwar abgestorben aber die ruhenden Bereiche werden wieder aktiviert." Medikamente wie Zolpidem aktivieren laut Clauss in den Nervenzellen des Gehirns die Rezeptoren für die Chemikalie GABA. Kommt es zu einem Gehirnschaden, scheinen diese Rezeptoren ihre Form zu verändern, so dass sie nicht wie gewohnt agieren können. Diese Medikamente scheinen die Rezeptoren in den ruhenden Bereichen dazu zu bringen, dass sie wieder ihre normale Form annehmen und eine Aktivität in den Nervenzellen auslösen. Laut Clauss werde weitergeforscht. Derzeit arbeite man an der Beseitigung der einschläfernden Wirkung des Medikaments.

Mike Barnes, ein Experte im Bereich neurologische Rehabilitation am Hunters Moor Regional Rehabilitation Centre erklärte, dass diese Patienten möglicherweise unter einer anderen Krankheit litten aus der ein Erwachen eher wahrscheinlich sei. Litten die Teilnehmer aber wirklich an einem vegetativen Zustand, seien die Ergebnisse der Studie sehr bemerkenswert. Eine Person in einem vegetativen Zustand erscheint wach und kann auch die Augen offen haben. Es wird jedoch keine bewusste Wahrnehmung der Umwelt sichtbar. Die Betroffenen können mit der Umwelt nicht interagieren und zeigen auch keine Reaktionen auf Ereignisse, die rund um sie passieren. Sie können jedoch Anzeichen von Bewegung aufweisen, Schlafzyklen und in der Lage sein selbst zu atmen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.royalsurrey.nhs.uk
http://www.iospress.nl/html/10538135.php

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