Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verkehrsentwicklung macht Umdenken beim Ausbau nötig

03.04.2006


acatech Studie "Mobilität 2020" plädiert für bedarfsgerechte Förderung von Straße und Schiene



acatech, der Konvent für Technikwissenschaften der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften, stellt heute, am 29. März 2006, auf dem acatech FORUM seinen Abschlussbericht "Mobilität 2020 - Perspektiven für den Verkehr von morgen" im dbb Forum in Berlin vor. Auf Grundlage aktueller Zahlen empfiehlt acatech Maßnahmen auf der Basis des bisherigen Bundesverkehrswegeplans (BVWP). "Mit unserer Analyse und Zukunftsprognose", so Projektleiter Prof. Dr. techn. Franz Pischinger, " wollen wir deutlich machen, dass eine bedarfsorientierte Förderung von Straße und Schiene dringend geboten ist, wenn wir dem Verkehrskollaps als wichtigstes Transitland in Europa die Stirn bieten wollen." Neben Franz Pischinger und acatech Präsident Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg werden Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, der VW Vorstandsvorsitzende Dr.-Ing. E.h. Bernd Pischetsrieder und der Chef der Deutschen Bahn Hartmut Mehdorn über die vorgestellten Handlungsempfehlungen diskutieren. Es werden über 400 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erwartet.



acatech geht von der weiteren Zunahme des Verkehrs auf Straßen und Schienen bis zum Jahr 2020 aus. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede in der Verkehrsentwicklung. In den Wachstums- und Metropolregionen der alten Bundesländer ("C-Bereich": Hamburg, Ruhrgebiet, Frankfurt Rhein/Main, Mannheim, Stuttgart/Karlsruhe, München) wächst der Verkehr weiterhin stark an. In Bereichen der neuen Bundesländer dagegen, mit Ausnahme von Berlin und dem Speckgürtel, stagnieren die Verkehrszahlen auf heutigem Niveau oder sind rückläufig. Trotz des Ausbaus von Straßen und Schienen entsprechend dem "vordringlichen Bedarf" des Bundesverkehrswegeplans 2003 werden in den wachstumsstarken Gebieten Überlastungen entstehen. acatech empfiehlt daher einerseits den gezielten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in den betroffenen Regionen.

Um dem steigenden Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, müssen auf der anderen Seite neben Erhalt und Ausbau der Infrastruktur verstärkt Verkehrsmanagementsysteme und -informations-technik eingesetzt werden. Da sie weniger kostenintensiv sind, können sie die erforderlichen baulichen Maßnahmen sinnvoll ergänzen.

Der Politik wird empfohlen, eine Entscheidung für eine ausreichende Finanzierung der Bundesfern-straßen zu treffen. acatech hat dafür zwei verschiedene Finanzierungsmodelle diskutiert, die als Entscheidungsgrundlage dienen können. Die vorgeschlagenen Modelle basieren zum einen auf einer Nutzerfinanzierung, zum anderen auf einer zweckbezogenen Verwendung von Mitteln aus der Kraftfahrzeug- und Mineralölsteuer. Eine finanzielle Mehrbelastung der Pkw-Fahrer wird abgelehnt.

Die von acatech erarbeitete Prognose basiert auf dem Verkehrsnetz des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) mit "vordringlichem Bedarf", das bis zum Jahr 2020 als realisiert vorausgesetzt wurde. Im Unterschied zum BVWP geht acatech von aktuellen wirtschaftlichen Zahlen aus: angenommen wurde ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent/Jahr (BVWP: 2,1 Prozent) und eine stagnierende Bevölkerungsentwicklung. Das Ergebnis des Projekts zeigt einen Anstieg des Pkw-Verkehrs um 20 Prozent und des Güterverkehrs um 34 Prozent. Beim Schienenverkehr gibt es Zuwächse von 22,5 Prozent im Personen- und 55 Prozent im Güterverkehr.

Um die Leistungsfähigkeit des zunehmenden Schienenverkehrs aufrecht zu erhalten, sind länger-fristige Finanzierungszusagen des Bundes für Erhaltungsmaßnahmen und Engpassbeseitigung notwendig. Dazu schlägt acatech Vereinfachungen des Planungs- und Finanzierungsverfahrens vor. Zusätzlich müssen technische und rechtliche Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene weiter vereinheitlicht und durchgesetzt werden, um den grenzüberschreitenden Schienenverkehr zu erleichtern.

Kontakt und weitere Pressematerialien bitte bei:
Klaudia Kunze
acatech Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Residenz München
Hofgartenstraße 2
80539 München
Tel. +49(0)89/5 20 30 940
Fax +49(0)89/5 20 30 99
kunze@acatech.de

acatech - Konvent für Technikwissenschaften der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften e.V.
acatech ist organisiert als Arbeitsakademie mit 225 herausragenden Wissenschaftlern als Mitglieder und einem Senat, in dem hochrangige Persönlichkeiten der bedeutenden Technologieunternehmen Deutschlands vertreten sind. acatech fördert zum einen den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft durch Publikationen und Veranstaltungen. Zum anderen berät und informiert der Konvent selbstbestimmt zu relevanten Technikthemen, die für die Zukunft des Standorts Deutschland von zentraler Bedeutung sind, in ausgewogener, unabhängiger und wissenschaftlich fundierter Weise. Der interdisziplinäre Ansatz und das Einbeziehen der Natur- und Geisteswissenschaften ist ein wichtiges Anliegen. Auf internationaler Ebene wirkt acatech im European Council of Applied Sciences and Engineering (Euro-CASE) und im International Council of Academies of Engineering and Technological Sciences (CAETS) mit. Präsident von acatech ist Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg. Den Vorsitz des Senats hat Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog inne.

Klaudia Kunze | idw
Weitere Informationen:
http://www.acatech.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive