Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Planung" - Zauber- oder Reizwort für deutsche Unternehmer

07.02.2006


Neue Deloitte Marktstudie untersucht Planungsprozesse in Unternehmen


Diverse Controlling-Fachzeitschriften urteilen eher schlecht über die klassische Planung in deutschen Unternehmen. Führungskräfte stehen komplizierten Zahlenwerken, die nur mit hohem Aufwand erstellt werden können, äußerst kritisch gegenüber. Deutsche Manager vermissen in den rein auf Zahlen basierten Planungen operative Stellgrößen. Änderungen sind in den detaillierten, voneinander abhängigen Planungskonzepten meist nur mit großem Aufwand möglich. Die Abbildung von Szenarien und Simulationen fehlt häufig ganz.

Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Marktuntersuchung von Deloitte. Die Studie untersucht die tatsächliche Planungspraxis bei 224 deutschen Unternehmen.


Untersuchungsparameter der Studie waren:

- Inhalte der Planung
- Zeithorizonte bei der Planung
- Angewendete Verfahren bei der Erstellung der Planung
- Aufwand zur Erstellung und Aktualisierung der Planung
- IT-Unterstützung der Planung

Heinz-Josef Hermes, Partner bei Deloitte, erklärt: "Uns hat interessiert, wie zufrieden die Unternehmen mit ihrer Planung sind und welche Verbesserungen sie anstreben. Unternehmen aus dem internationalen Umfeld äußern Kritik an deutscher Planungspraxis. Wir wollten feststellen, ob deutsche Unternehmer genauso kritisch sind."

Die Jahresplanung eines Unternehmens ist bei der Verabschiedung durch die Verantwortlichen oft bereits wieder veraltet. Laut Studie ist eine langwierige Erstellungsphase oft die Ursache. Zudem gelingt es nur wenigen Unternehmen, die strategische und operative Unternehmensplanung ineinander zu integrieren. Viele Controller empfinden das jährliche Planungsprozedere als lästige Pflichtaufgabe. Die Linienverantwortlichen können sich mit dem Ergebnis später kaum identifizieren.

Als Zielvorgabe dienen festgeschriebene Budgets. Sie resultieren häufig aus Verhandlungsergebnissen statt aus einer realistischen Planung. Taktieren scheint bei der Budgeterstellung eine große Rolle zu spielen. Eine deutlich bessere als die budgetierte Performance würde bei der Budgeterstellung im nächsten Jahr bestraft. Um ihre Budgetziele zu erreichen, besteht latent die Gefahr, dass die Verantwortlichen im Unternehmen die Zahlen manipulieren.

Weitere Ergebnisse der Studie:

- 84 Prozent der befragten Unternehmen können ihre Planungskosten nicht quantifizieren.

- Auch im Zeitalter des "Shareholder Value" planen nur 22 Prozent der Befragten wertorientierte Kennzahlen.

- Unternehmen planen am häufigsten nach Geschäftsbereichen und Rechtseinheiten. Nur 29 Prozent führen ihre Planung nach Kundengruppen durch.

- IFRS hat das HGB als das am häufigsten für die Planung eingesetzte Rechnungslegungssystem abgelöst.

- Als Planungsansatz wird am häufigsten eine Bottom-up-Planung mit einigen wenigen zentralen Vorgaben gewählt.

- In fast zwei Drittel der befragten Unternehmen verwenden Controller zumindest 25 Prozent ihrer Arbeitszeit für Planungsaufgaben. Neun Prozent aller Geschäftsführer beziehungsweise Vorstände verwenden mehr als ein Viertel ihrer Arbeitszeit für die Planung.

- Die Mehrheit der Unternehmen setzt keine professionelle Planungssoftware ein, sondern vertraut auf ihr ERP-System und MS Excel. Nur drei Prozent der befragten Unternehmen geben an, mit dem eingesetzten Planungssystem sehr zufrieden zu sein.

- Priorität bei der Weiterentwicklung der Planung haben die Reduzierung der Planungskomplexität und die bessere Integration von strategischer und operativer Planung beziehungsweise von Betriebs- und Finanzplanung.

- Diejenigen Unternehmen, die professionelle Planungssoftware einsetzen, sind signifikant zufriedener mit ihren Planungsprozessen und Ergebnissen. Die meisten Unternehmen nutzten stattdessen ein Excel-Programm.

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit 3.400 Mitarbeitern in 17 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche Tohmatsu erbracht. Copyright © 2006 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Antonia Wesnitzer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Berichte zu: Mitgliedsunternehmen Planungssoftware

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen