Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Catenhusen stellt Pionierstudie zur Nanotechnologie vor

07.02.2006


Der Nanotechnologie wird ein hohes technisches Innovationspotenzial zugeschrieben. Welche militärischen Anwendungsmöglichkeiten sich hieraus ergeben könnten, blieb bisher nahezu völlig unbeachtet. Wolf-Michael Catenhusen, bis Dezember 2005 Staatssekretär im BMBF, stellt die Ergebnisse der bahnbrechenden Studie von Jürgen Altmann am 20. Februar 2006 in Berlin der Öffentlichkeit vor.


Der frühere Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen wird am 20. Februar 2006 in Berlin die soeben im Verlag Routledge erscheinene Studie "Military Nanotechnology. Potential applications and preventive arms control" des Physikers Dr. Jürgen Altmann (Universität Dortmund) der Öffentlichkeit vorstellen. Der Band ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes, das durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung gefördert worden war.

Der Autor greift hiermit ein brisantes Thema auf, das für eine vorausschauende Politik der Rüstungskontrolle von zentraler Bedeutung ist. Mit der Nutzbarmachung der Nanotechnologie ist eine neue wirkungsmächtige Dimension der Technologieentwicklung erreicht worden, die in vielfältiger Weise auch für militärische Zwecke eingesetzt werden kann. Zwar steht die große Mehrzahl der Anwendungsmöglichkeiten noch in den unmittelbaren Anfängen, die hohen Inverstitionen in die militärische Forschung und Entwicklung, vor allem in den Vereinigten Staaten, verdeutlichen jedoch, welch großes Potenzial der Nanotechnologie gerade im Bereich der militärischen Nutzung beigemessen wird.


Der Verfasser der Studie ist einer der wenigen internationalen Experten auf diesem Gebiet. Mit seiner Veröffentlichung will er dazu beitragen, auf die Risiken und Gefährdungen aufmerksam zu machen, die aus der Entwicklung nanotechnologischer Waffensysteme resultieren können. Auf der Grundlage seiner Analyse unterbreitet er Vorschläge, wie im Rahmen einer präventiven Rüstungskontrolle die negativen Folgen einer militärischen Nutzung der Nanotechnologie begrenzt und kontrolliert werden müssten.

Dr. Jürgen Altmann wurde 1980 mit einer Studie über Laser-Radar an der Universität Hamburg promoviert. Er ist ein ausgewiesener Experte für wissenschaftlich-technische Untersuchungen zu Fragen von Abrüstung, Verifikation und Rüstungstechnologiefolgenabschätzung. Dr. Altmann arbeitet an der Universität Dortmund, wo er derzeit ein von der DSF gefördertes Forschungsvorhaben zu "Nicht-tödlichen Waffen" durchführt. Er ist Mitbegründer des Forschungsverbundes Naturwissenschaft, Abrüstung und internationale Sicherheit (FONAS) und stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Physik und Abrüstung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).

Die Deutsche Stiftung Friedensforschung wurde im Oktober 2000 durch den Bund gegründet. Als Einrichtung der Forschungsförderung unterstützt sie Projekte im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung. Die Stiftung fördert wissenschaftliche Untersuchungen sowie Vorhaben zur Struktur- und Nachwuchsförderung, darunter Masterstudiengänge an den Universitäten Hamburg, Marburg und Tübingen sowie an der FernUniversität Hagen und die Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftungsprofessur Naturwissenschaft und Friedensforschung an der Universität Hamburg.

Datum: Montag, 20. Februar 2006
Zeit: 15 Uhr
Ort: Café Einstein, Galerieraum, Unter den Linden 42, 10117 Berlin

Dr. Thomas Held | idw
Weitere Informationen:
http://www.bundesstiftung-friedensforschung.de

Weitere Berichte zu: Anwendungsmöglichkeit Nanotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie