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Aspirin schützt Männerherzen und Frauengehirne

18.01.2006


Ursachen für Unterschied bisher nicht bekannt



Aspirin verhindert kardiovaskuläre Ereignisse bei Frauen und Männern, allerdings auf verschiedene Art und Weise. Zu diesem Ergebnis ist eine aktuelle Metastudie der Stony Brook School of Medicine gekommen. Bei Frauen verringert Aspirin die Anzahl der Schlaganfälle, bei Männern die Häufigkeit der Herzanfälle. Andere statistisch relevante Vorteile im genau umgekehrten Sinn gibt es laut der Analyse nicht. Der Kardiologe David Brown, einer der Autoren der Studie erklärte, dass Frauen auf die Verabreichung einer Dosis Aspirin anders zu reagieren scheinen als Männer. "Alle Forschungsergebnisse sagen uns, dass es bei den Geschlechtern einen Unterschied gibt und wir wissen nicht warum." Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.

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Bei Personen, die bereits an einer kardiovaskulären Erkrankung leiden, sind die Vorteile von niedrig dosierten Aspiringaben bei beiden Geschlechtern bereits gut erforscht. Die kardiovaskuläre Wirkung des Medikaments beruht auf der Blockierung der Synthese von Thromboxan A2, einer Substanz die für das Gerinnen des Blutes verantwortlich ist. Bereits eine geringe Dosis von 100 Milligramm kann wirksam sein. Bei Menschen mit einem mittelstarken Risiko sind die Ergebnisse weniger eindeutig. Studien scheinen auf eine Verringerung der koronaren Ereignisse hinzudeuten. An den meisten Studien nahmen jedoch, wenn überhaupt, nur wenige Frauen teil. Das Team um David Brown wollte daher wissen, ob Frauen dieser Risikogruppe gleich viele Vorteile von einer Einnahme haben wie Männer.

Die Analyse von sechs Studien, an denen 95.456 Personen, davon 51.342 Frauen, teilnahmen, ergab, dass Aspirin bei Frauen und Männern zu einer Verringerung der kardiovaskulären Ereignisse führte. Bei den Männern verringerte sich das Risiko eines Herzanfalles um 32 Prozent. Bei Frauen hatte das Medikament keine Auswirkungen auf die Häufigkeit der Herzanfälle. Vielmehr verringerte es hauptsächlich das Risiko eines Schlaganfalles um 17 Prozent. Bei den männlichen Teilnehmern konnte keine derartige Wirkung nachgewiesen werden. Die Wissenschafter betonen, dass Männer häufiger zu Herzanfällen tendieren und Frauen eher zu Schlaganfällen neigen. Es sei jedoch laut New Scientist wahrscheinlich, dass es auch einen biologischen Unterschied gibt. Angenommen wird, dass Frauen das Medikament anders abbauen als Männer. Brown erklärte, dass die aktuellen Ergebnisse zeigten, wie wichtig es sei, einen großen Querschnitt der Bevölkerung bei der klinischen Erprobung von Medikamenten zu berücksichtigen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hsc.stonybrook.edu/som
http://jama.ama-assn.org

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