Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alteingeführte Antibiotika wie Penicillin versagen häufig

19.12.2005


Volle Wirksamkeit bei einem Viertel der Patienten nicht gegeben



Seit langer Zeit eingesetzte Antibiotika wie Penicillin oder Amoxicillin erzielen bei vielen Patienten nicht die erwünschte Wirkung. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Rochester gekommen. Die Wissenschafter analysierten die Daten von fast 11.500 Kindern, die an einer verbreiteten Halsentzündung litten. Ein Viertel der Patienten, die Penicillin und 18 Prozent jener die Amoxicillin erhalten hatten, benötigten innerhalb von einigen Wochen eine weitere Behandlung gegen ihre Streptokokkeninfektion. Die Forscher forderten auf der Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy in Washington, dass neuere Antibiotika häufiger eingesetzt werden sollen. Der britische Experte Robert George, Direktor des Respiratory and Systemic Infection Laboratory, erklärte, dass die WHO weiterhin den Einsatz von Penicillin gegen Halsentzündungen empfehle. Der Einsatz stärkerer Antibiotika wie der Cephalosporine sei bei Halsentzündungen sorgfältig abzuwägen, da dadurch die Wirksamkeit bei einer Reihe von anderen Krankheiten herabgesetzt werden könnte.



Die analysierten Daten stammten aus der Analyse von 47 Studien aus den vergangenen 35 Jahren. Untersucht wurde die Effektivität verschiedener Medikamente bei der Behandlung von Halsentzündungen bei Kindern. Es zeigte sich, dass auch bei älteren Cephalosporinen 14 Prozent der Betroffenen erneut behandelt werden mussten. Bei neueren Medikamenten wie Cefpodoxim oder Cefdinir, die vier oder fünf Tage lang verabreicht wurden, war nur bei sieben Prozent der Kinder ein erneuter Arztbesuch erforderlich. Die aktuellen Studienergebnisse bestätigen frühere Forschungsergebnisse des Forschungsteams, die ebenfalls von der schwindenden Wirkung von Penicillin und Amoxicillin ausgingen.

Das Team um Michael Pichichero geht davon aus, dass Bakterien, die ebenfalls im Rachen vorhanden sein können, die Wirksamkeit der Antibiotika behindern können. Verantwortlich dafür ist, dass viele Bakterien mit beta-Laktamase Enzyme produzieren, die Penicillin und amoxicillin deaktivieren können. Es ist laut BBC denkbar, dass diese Bakterien die Medikamente deaktivieren, bevor sie eine entsprechende Wirkung entfalten können. Laut Pichichero reagierten die meisten Ärzte schockiert auf die hohe Ausfallsrate der älteren Medikamente. "Das Behandlungsmodell für Halsentzündungen hat sich langsam verändert. Die Unterstützung des Einsatzes von Cephalosporinen als erster Wahl bei der Behandlung sollte ernsthaft in Erwägung gezogen werden." Pichichero ergänzte, dass die meisten Medikamente fallweise nicht entsprechend wirkten. Ärzte würden Medikamente, die in einem von vier Fällen nicht wirkten, jedoch als nicht sinnvoll einstufen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rochester.edu
http://www.icaac.org

Weitere Berichte zu: Amoxicillin Antibiotikum Bakterie Bakterien Halsentzündung Medikament Penicillin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE