Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflege ohne Druck

12.12.2005


In einer flächendeckenden Studie hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation die Prophylaxe, Entstehung und Behandlung von Dekubitus in bayerischen Pflegeheimen und ambulanten Diensten analysiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die ambulante und stationäre Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu verbessern.

... mehr zu:
»Dekubitus

Reformen im Gesundheitswesen und die demographische Entwicklung in Deutschland führen zu der Frage, wie die Lebensqualität älterer und pflegebedürftiger Menschen auch in Zukunft sichergestellt werden kann. Ein wichtiger Faktor in dieser Hinsicht ist die Vermeidung und professionelle Behandlung von Dekubitus in der stationären und häuslichen Pflege.

Ein Dekubitus - auch Dekubitalulkus oder Druck- bzw. Liegegeschwür genannt - entsteht, wenn Pflegebedürftige zu lange auf derselben Hautstelle sitzen oder liegen. Der Auflagedruck der betroffenen Hautstellen übersteigt dann langfristig den Blutdruck in den kleinsten Blutgefäßen. Auf diese Weise wird die Blutzirkulation in den Gefäßen unterbrochen und es kommt zu einer Mangelversorgung des Gewebes.


Für die Einrichtungen der stationären und ambulanten Altenhilfe bedeutet das Auftreten eines Dekubitus neben der zeitlichen Mehrbelastung in der täglichen Versorgung auch einen Imageverlust - gilt er doch in der gesundheitspolitischen Diskussion als Qualitätsindikator für die Pflege. Die Vermeidung dieser Erkrankung liegt somit im Interesse und in der Verantwortung aller Beteiligten.

Aus diesem Grund hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen beim Fraunhofer IAO eine landesweite Studie zu diesem Thema in Auftrag gegeben. Ziel der Studie ist es, repräsentative Aussagen zur Dekubitushäufigkeit, den Risikofaktoren und den in der Praxis eingesetzten Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe und -therapie zu gewinnen. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen in den stationären Altenpflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten untersucht werden. Diese erste flächendeckende Erhebung dient der Sensibilisierung und schafft die Grundlage für die Entwicklung politischer, rechtlicher und fachlicher Interventionswege.

346 stationäre und 404 ambulante Pflegeeinrichtungen aus ganz Bayern haben an der Studie teilgenommen. Die Ergebnisse sind als Publikation mit dem Titel "Pflege ohne Druck - Dekubitus, Ursachen der Entstehung, prophylaktische Maßnahmen und Rahmenbedingungen in der häuslichen und stationären Altenhilfe in Bayern" als PDF unter http://www.stmas.bayern.de/pflege/pflegeohnedruck.htm erhältlich. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist kostenlos erhältlich.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:

Fraunhofer IAO
Dr. Barbara Klein
Telefon: +49 (0) 7 11/9 70-54 54
E-Mail: barbara.klein@iao.fhg.de

Juliane Segedi | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph.iao.fraunhofer.de
http://www.stmas.bayern.de/pflege/pflegeohnedruck.htm

Weitere Berichte zu: Dekubitus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Alternder Stern bläst Materie von sich

21.09.2017 | Physik Astronomie