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Wie ist das Leben nach dem Überleben?

03.11.2005


Ärzte der Uniklinik Frankfurt erforschen Lebensqualität nach der Erkrankung an Akuter Lymphatischer Leukämie



In einer breit angelegten Studie untersucht ein Forscherteam der Medizinischen Klinik II - Hämatologie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Lebensqualität und Spätfolgen bei erwachsenen Patienten, die vor mehr als fünf Jahren wegen Akuter Lymphatischer Leukämie (ALL) behandelt wurden. Mit diesem Projekt, für das die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. 233.000 Euro bereitstellt, betreten die Wissenschaftler neues Terrain im Bereich der Leukämieforschung.



Angesichts der Diagnose "Akute Lymphatische Leukämie" stellen sich Patienten zunächst die Frage: "Werde ich die Krankheit überleben?" Daran schließt dann meist eine Auseinandersetzung an, wie das Leben aussehen wird, wenn die Krankheit überstanden ist. "Für die Einschätzung der Heilungschancen können Ärzte heute auf umfangreiche Erfahrungswerte zurückgreifen. Prognosen zur langfristigen Lebensqualität und zu den Spätfolgen sind jedoch immer noch schwierig, weil es zu diesem Thema kaum Untersuchungen gibt", erklärt Dr. med. Nicola Gökbuget, Leiterin der Studienzentrale der Medizinischen Klinik II am Uniklinikum Frankfurt. "Diese Lücke wollen wir mit unserer Studie schließen", so die Projektleiterin.

Das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt "Lebensqualität und medizinische Spätfolgen bei Langzeitüberlebenden nach akuter Leukämie des Erwachsenen" wird bis Ende 2007 laufen. Im Rahmen der Studie werden rund 700 ehemalige Patienten mit speziell entwickelten Fragebögen zu ihrem körperlichen und psychischen Befinden sowie zu ihrem sozialen Umfeld befragt. Ziel der Studie ist eine detaillierte Analyse der Lebensqualität und des medizinischen Zustands der sogenannten Langzeitüberlebenden, die zwischen 1984 und 1999 an deutschen Kliniken behandelt worden waren. Dabei soll auch untersucht werden, ob und in welcher Form Alter, Geschlecht und psychologische Faktoren die Krankheitsbewältigung beeinflusst haben. "Bei der Behandlung von Leukämiepatienten geht es nicht nur um die Verlängerung der Lebenszeit im Sinne einer Heilung, sondern immer mehr auch um die Erhaltung einer akzeptablen Lebensqualität", erläutert Dr. Gökbuget. Die erwarteten Erkenntnisse sollen helfen, Therapiepläne und Nachsorgeuntersuchungen weiter zu verbessern und Patienten mit ALL künftig einen realistischeren Ausblick auf ihre langfristige Lebensperspektive zu geben.

Möglich wurde das Projekt erst durch die Verbesserung der Heilungsraten der Akuten Lymphatischen Leukämie bei Erwachsenen in den letzten Jahren. In den vergangenen zwei Jahrzehnten konnte diese von unter 10 Prozent auf über 35 Prozent angehoben werden. Dies ist auch ein Verdienst von Therapiestudien, die seit mehr als 25 Jahren von der deutschen ALL-Studiengruppe unter der Leitung von Professor Dr. med. Dieter Hoelzer, Direktor der Medizinischen Klinik II der Universitätsklinik Frankfurt, durchgeführt werden. Die Mehrzahl der ALL-Patienten in Deutschland wird im Rahmen dieser Studien behandelt. Aus diesen Arbeiten stehen für die aktuelle Studie umfassende Informationen zur Identifizierung derjenigen Patienten zur Verfügung, die ihre Krankheit langfristig überleben.

Für weitere Informationen:

Dr. med. Nicola Gökbuget
Medizinische Klinik II
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (069) 63 01 - 63 65
Fax (069) 63 01 - 74 63
E-Mail goekbuget@em.uni-frankfurt.de

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
http://www.kompetenznetz-leukaemie.de

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