Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vegetation in den Alpen verändert sich immer schneller

27.10.2005


Studie belegt Auswirkungen globaler Erwärmung



Mit den Ergebnissen ihrer Studie "Einfluss der Klimaerwärmung auf Sukzessionsprozesse und Populationsdynamik der Vegetation in alpinen Lagen" belegen die Forscherteams des Instituts für Geobotanik der Universität Hannover und des Geographischen Instituts der Universität Zürich, Schweiz, einen sich immer schneller vollziehenden Wandel der Artenzusammensetzung der Gipfelflora der Schweizer Alpen. Nach Einschätzung der Experten beider Institute spiegelt diese Entwicklung den Einfluss der zunehmenden globalen Erwärmung wider.

... mehr zu:
»Gipfelflora »Vegetation


Untersuchungsgebiet dieser Studie sind die obersten zehn Höhenmeter von Bergen im Berninagebiet im Osten der Schweizer Alpen, deren Gipfel sich in Höhenlagen von 2959 bis 3262 Metern über dem Meeresspiegel befinden. Die Wissenschaftler verglichen bei ihrer Forschungsarbeit Daten aus drei unterschiedlichen Zeitabschnitten. Dies machte es erstmals möglich, die Dynamik der Vegetationsentwicklung zu untersuchen. Bei ihren Analysen arbeiteten die Forscher sowohl mit aktuellen Erhebungen als auch mit Aufzeichnungen aus dem frühen 20. Jahrhundert und den 1980er Jahren. Auf dieser Grundlage sind nun die Veränderungen innerhalb der ersten 80 Jahre und den letzten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts nachvollziehbar.

Ursprünglich war es ein klassisches Kennzeichen der Gipfelvegetation, dass sie sich im Vergleich zu den Pflanzengemeinschaften in den Tälern aus recht wenigen, aber an die alpinen Bedingungen besonders gut angepassten Arten zusammensetzte. Ein wesentlicher Grund dafür ist die kurze Vegetationsperiode in alpinen Höhenlagen. Die Studie der hannoveraner und züricher Wissenschaftler dokumentiert nun einen sich immer schneller vollziehenden Anstieg der Artenanzahl auf den zehn untersuchten Berggipfeln. Sie hat sich während des letzten Jahrhunderts mehr als verdoppelt, auf einzelnen Gipfeln verdreifacht. Selbst im Vergleich zu den 1980er Jahren stellte das Forscherteam nochmals eine Artenzunahme um 30 bis 50 Prozent fest. Die Änderungsrate, mit der sich die Gipfelflora in den letzten 20 Jahren gewandelt hat, ist damit fast dreimal höher als die der ersten acht Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts. Dies zeigt, dass Pflanzen auf die veränderten Klimabedingungen der 1990er Jahre - dem wärmsten Jahrzehnt seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen - deutlich reagieren.

Eine Verdrängung der hochalpinen Arten durch Pflanzenarten, die für gewöhnlich in tiefer gelegenen Regionen wachsen, ließ sich nicht feststellen. Das Team dieses, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten, Projekts geht davon aus, dass sich solche Verdrängungsprozesse zuerst in tieferen Lagen vollziehen, als den in dieser Studie untersuchten Gebieten. Deshalb wollen sie sich bei künftigen Untersuchungen verstärkt auf Bereiche konzentrieren, die bislang als "untere" Grenze der Verbreitung hochalpiner Arten gelten.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: Gipfelflora Vegetation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie