Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch Luxusmarken können sich dem Sommerschlussverkauf nicht entziehen

29.07.2005


Preisreduktion bis zu 50% schwächt den Markenwert

Smartshopper können im SSV weiterhin Schnäppchen machen: Im Luxussegment sind durchschnittliche Nachlässe von 31% möglich; das ist nahezu ein ähnliches Niveau wie bei No-Names, die durchschnittlich 41% reduzieren. Die aktuelle Untersuchung von Booz Allen Hamilton bestätigt eine signifikante Verwässerung des Luxusimages durch massive Rabatte und empfiehlt daher dringend ein strategisch gezielteres Pricing.

Theoretisch existiert der Sommerschlussverkauf bereits im zweiten Jahr nicht mehr. In der Praxis tobt jedoch seit vergangenem Montag wieder die Schnäppchenjagd. Die internationale Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton hat jetzt untersucht, inwieweit sich die Discountstrategien einzelner Premium-Marken, klassischer Labels und No-Brands verändert haben, seit die gesetzlichen Regelungen zum SSV gefallen sind. Untersucht wurde ein definierter Warenkorb in einer repräsentativen Anzahl von Läden deutscher Großstädte, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten.

Das Ergebnis: Selbst Premium Brands wie Gucci, Dolce & Gabbana oder Dior entkommen dem Discountfieber nicht. In ihren Flagshipstores geben sie bis zu 50% Nachlass. Im Durchschnitt der Untersuchung liegen Luxusmarken bei 31% Rabatt. Damit sind diese nur um fünf Prozentpunkte weniger reduziert als klassische Labels wie Nike, Benetton oder Esprit. Die Hälfte der untersuchten Luxusmarken weisen relativ zu den No-Brands sogar einen höheren Rabatt auf. Lediglich einige wenige Premium-Marken wie etwa Louis Vuitton schaffen es, sich dem Schnäppchenrausch zu entziehen.

Das Ergebnis verblüfft. Zwar bleibt Luxusartiklern auch bei höheren Rabatten aufgrund der höheren Margen ein größerer Gewinn als anderen Markenartiklern. Aber ein Imageverlust durch massive Rabatte ist auf Dauer kaum zu verhindern. Befragte Kunden geben an, dass sie die Differenzierung der Premium Brands gegenüber anderen Marken- und Nichtmarkenartikeln bisher auch über den Preis erlebt haben. Nun aber seien sie froh, auch Luxusartikel und heiß begehrte Statussymbole als Schnäppchen zu erhalten.

"Insbesondere Premium- und Luxusmarken müssen dem Discountdruck demnach stärker gegensteuern, wenn sie ihre Marke schützen und den damit verbundenen Markenwert stabil halten wollen", so Gregor Harter, verantwortlicher Partner für Marketing- und Vertriebsstrategien bei Booz Allen Hamilton.

Marken müssten künftig noch genauer differenzieren, welche Produkte sie wie vertreiben; etwa Luxusprodukte primär über Flagshipstores und ausgesuchte Shop-in-Shop-Systeme. Nur in diesen Kanälen ist es möglich, die volle Preishoheit zu behalten und die Rabatte zu begrenzen. Eine weitere, von untersuchten Premium-Marken bereits vielfach eingesetzte Strategie besteht darin, Rabatte zwar zu gewähren, um ihre Lager zu leeren, diese jedoch nicht offen und aggressiv zu kommunizieren.

Im Zuge eines professionellen Business-to-Consumer-Relationship Managements sollten sich Premium-Marken von klassischen Sales-Zyklen aktiv abkoppeln, so lautet die Empfehlung von Booz Allen Hamilton. An Stelle von Schlussverkäufen, die sich am Rhythmus jahreszeitlicher Kollektionen orientieren, empfehlen sich Einzelaktionen; etwa spezielle "Promotions" für begrenzte Kundenkreise. So lassen sich nicht nur Rabatte - und damit Margenverluste - minimieren, sondern die Kundenbindung in Top-Segmenten erhöhen.

Zudem können Premium-Marken auch von den Innovationen anderer Player lernen. So haben sich etwa Unternehmen wie Zara weitgehend von einer jahreszeitlichen Kollektion abgekoppelt. Dank eines ausgeklügelten Zusammenspiels von Design, Produktion, Logistik und Shop-Management ist die Ware nur kurz vorrätig und wird rasch abverkauft. Nach Auffassung von Booz Allen Hamilton werden allerdings vielfach Pricing-Möglichkeiten nur einseitig betrachtet und Spielräume durch andere Faktoren, wie etwa die flexible Nutzung der Supply Chain, nicht entsprechend eingesetzt.

Susanne Mathony | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.boozallen.de

Weitere Berichte zu: Flagshipstore Luxusmarke Premium-Marke Sommerschlussverkauf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

nachricht »Zweites Leben« für Smartphones und Tablets
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Scientists re-create brain neurons to study obesity and personalize treatment

20.04.2018 | Health and Medicine

Spider silk key to new bone-fixing composite

20.04.2018 | Materials Sciences

Clear as mud: Desiccation cracks help reveal the shape of water on Mars

20.04.2018 | Earth Sciences

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics