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MOSES hilft Menschen mit Epilepsie / Studie belegt Wirksamkeit des ersten Schulungsprogramms für Betroffene

29.08.2001


MOSES (Modulares Schulungsprogramm Epilepsie) ist das erste Schulungsprogramm für Anfallskranke im deutschsprachigen Raum. Jetzt hat eine wissenschaftliche Studie an 242 Anfallskranken aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gezeigt, dass geschulte Patienten nicht nur besser über ihre Erkrankung Bescheid wissen und besser mit ihr umgehen können, sondern auch weniger Anfälle haben.

Epilepsie ist die häufigste neurologische Krankheit, von der in Deutschland ca. 500.000 Menschen betroffen sind. Epileptische Anfälle entstehen durch kurzschlussartige elektrische Funktionsstörungen im Gehirn. Die Anfälle können sehr unterschiedlich verlaufen, von ganz leichten Formen, zum Beispiel kurzen vegetativen, sensorischen oder psychischen Empfindungen bis zu schweren Krampfanfällen mit Sturz und Bewusstlosigkeit. Jede Krankheit, die das Gehirn betrifft, kann zu Epilepsie führen, und jeder kann daran erkranken. Epileptische Anfälle sind heute durch moderne Medikamente gut behandelbar, etwa 60-80% der Betroffenen werden anfallsfrei.

Das Wissen vieler Epilepsiekranker und ihrer Angehörigen über ihre Krankheit, die Behandlungsmöglichkeiten, die sozialen Folgen und die möglichen Hilfsangebote ist jedoch noch immer nicht ausreichend. Vor diesem Hintergrund wurde von einer unabhängigen deutschsprachigen Expertengruppe ein "Modulares Schulungsprogramm Epilepsie" (MOSES) entwickelt, das erste Programm dieser Art für Menschen mit Epilepsie. Es will nicht nur Informationsdefizite und Fehlinformationen bei den Betroffenen abbauen und das Verständnis für die Krankheit sowie deren Auswirkungen vertiefen, sondern auch die Eigeninitiative der Betroffenen und ihre Fähigkeiten zur aktiven Krankheitsbewältigung stärken. Die aufwendige dreijährige Entwicklungsarbeit von MOSES wurde von der Firma Sanofi-Synthelabo, Berlin, finanziell unterstützt.

MOSES-Schulungen, die neun thematische Module à durchschnittlich 90 Minuten umfassen, werden mittlerweile in vielen auf Epilepsiebehandlung spezialisierten Kliniken und Praxen angeboten.

Jetzt wurde das MOSES-Programm von der Gesellschaft für Epilepsieforschung in Bielefeld auf seine Wirksamkeit untersucht. An dieser kontrollierten Studie nahmen 242 Epilepsie-Patienten aus 22 Zentren in Deutschland, der Schweiz und Österreich teil. Nach einer Eingangserhebung bei allen Teilnehmern wurden 113 von ihnen nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) ausgewählt, mit MOSES geschult und ein halbes Jahr danach erneut befragt. Die restlichen 129 Studienteilnehmer wurden ebenfalls nach einem halben Jahr erneut untersucht, erhielten die Schulung aber erst nach dieser zweiten Befragung.

Obwohl die Mehrzahl der untersuchten Patienten schon langjährig an Epilepsie erkrankt war, zeigten sich signifikante Schulungseffekte: in einer Zunahme des Wissens über Epilepsie, in einer Verbesserung der Krankheitsbewältigung und - besonders bemerkenswert - in einer Reduktion der Anfallshäufigkeit und besseren Verträglichkeit der Therapie.

Auch in anderen Bereichen deuteten sich positive Veränderungen an, allerdings konnten diese nicht eindeutig auf das Schulungsprogramm zurückgeführt werden, da entsprechende Tendenzen auch bei der Kontrollgruppe sichtbar wurden. Nach diesen Ergebnissen ist MOSES das erste und bisher einzige Schulungsprogramm für Epilepsiepatienten im deutschsprachigen Raum, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt wurde.

Informationen zum Programm MOSES sind erhältlich bei:

MOSES Geschäftsstelle Frau Bettina Hahn Rußheiderweg 3, 33604 Bielefeld Tel 0521 - 27 001 27 Fax 0521 - 27 048 00 e-mail: MOSES.EUREPA@t-online.de

Veranstaltungshinweis:

Am 05. Oktober 2001 ist der "TAG DER EPILEPSIE" unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süssmuth. Bundesweit finden unter dem diesjährigen Motto "Was kann ich tun" Veranstaltungen der Selbsthilfeorganisationen und der Einrichtungen statt, die ein professionelles Unterstützungs-angebot für Menschen mit einer Epilepsie bereithalten. Informationen gibt es hierzu auch im Internet

Sandra Schuster | ots
Weitere Informationen:
http://www.tag-der-epilepsie.de.

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