Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebsforschung in Europa dramatisch unterfinanziert

30.03.2005


ECRMF befürchtet Brain Drain führender Experten



Europa könnte einige der führenden Krebswissenschafter verlieren sofern nicht die Forschungsgelder für diesen Bereich verdoppelt werden. Laut einer aktuellen Studie des European Cancer Research Managers Forum (ECRMF) wird in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union sieben Mal weniger Geld für die Krebsforschung ausgegeben, als beispielsweise in den USA. Der Brain Drain der Top-Spezialisten könnte eine signifikante Verschlechterungen bei der Behandlung von Patienten mit sich bringen, befürchten die Experten.



Derzeit werden in den 25 EU-Mitgliedstaaten durchschnittlich 2,56 Euro pro Person für die Krebsforschung investiert. In den USA beträgt die pro Kopf Finanzierung hingegen 17,63 Euro. Subventionierungsspitzenreiter im europäischen Feld ist Großbritannien. Neben den fehlenden finanziellen Mitteln ist auch die falsche Schwerpunktsetzung ein Problem, erklären die Experten. Denn die europäische Forschungsarbeit konzentriert sich im Wesentlichen auf die biologischen Aspekte der Krebserforschung und nicht auf die so wesentliche Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden und präventiver Vorsorgemedizin. Darüber hinaus ist die Krebsforschung stark von der Finanzierung durch Spendengelder und Stiftungen abhängig.

"Die EU gibt nicht genug Geld für die Krebsforschung aus. Die Kluft zwischen der EU und den USA ist derartig groß, dass die Emigration der Krebsexperten in die USA nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die EU verliert somit nicht nur im wissenschaftlichen Bereich, sondern auch kommerziell an Attraktivität", erklärte der RCRMF-Vorsitzende Richard Sullivan. "Letztendlich geht diese negative Entwicklung auf Kosten der Krebspatienten und begünstigt zudem das spätere Erkennen und die schlechtere Behandlung von Krebs", so der Experte.

Um eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation zu erreichen, müssten die derzeitigen Forschungsgelder zumindest verdoppelt werden, erklären die Experten. "Jährlich könnten europaweit 20.000 Menschenleben durch eine Aufstockung der Krebsforschungsgelder gerettet werden", resümiert Gordon McVie vom European Institute of Oncology in Mailand.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int
http://www.ieo.it

Weitere Berichte zu: Brain Forschungsgeld Krebsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie