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Chancen und Risiken im Werkzeugmaschinenbau

25.02.2005


Technologisch gut gerüstet, zögerlich bei künftigen Dienstleistungen - so lautet das Ergebnis einer Zukunftsstudie des Fraunhofer ISI zum deutschen Werkzeugmaschinenbau.


Die deutsche Werkzeugmaschinen-Industrie ist für die Zukunft gut gerüstet: In zahlreichen Technologiebereichen liegt sie weltweit in der Spitzengruppe, die Wettbewerbsposition wird von den Betrieben als gut eingeschätzt. Allerdings fehlt eine langfristige Planung von Technologie- und Produktentwicklung in den meist kleinen und mittelständischen Unternehmen dieser Branche. An diesem Defizit setzt die "Werkzeugmaschinen-Initiative 20XX" an, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Heinz-Nixdorf-Institut in Paderborn und dem Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken VDW für das Bundesministerium für Bildung und Forschung vorantreibt.

Das Fraunhofer ISI hat in einer Delphi-Studie untersucht, welche Herausforderungen in den nächsten 5 bis 20 Jahren auf deutsche Werkzeugmaschinenunternehmen zukommen. Bei Technologien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eingeführt werden, sind die deutschen Werkzeugmaschinenbauer gut gerüstet. Dazu gehören einfache Maschinenmodule, die schnell zu komplexen Produktionssystemen angeordnet werden können (so genannte "Plug and produce"-Fertigungssysteme), sowie aktive mikroelektromechanische Spannsysteme für Werkstücke. Gute Entwicklungschancen sehen die Unternehmen bei kompletten Dienstleistungsangeboten rund um die Werkzeugmaschine. Betreibermodelle, bei denen der Werkzeugmaschinenhersteller nach fehlerfrei produzierter Stückzahl bezahlt wird, werden gegenüber dem reinen Werkzeugmaschinenverkauf stark an Bedeutung gewinnen. "Allerdings gehen die Firmen oftmals nicht aktiv genug an solche neuen Geschäfts- und Dienstleistungsmodelle heran", bemängelt Projektleiter Steffen Kinkel.


Ein weiteres Ergebnis ist die wachsende Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien. Nahezu die Hälfte der Firmenexperten stimmen der These zu, dass zukünftig 90 Prozent der Ausfallzeiten von Maschinen auf Softwarefehler zurückzuführen sein werden. Deshalb könnte es für manches Unternehmen sinnvoll sein, dafür eigene Kompetenzen aufzubauen.

Bis zur EMO-Messe Mitte September 2005 sollen die Ergebnisse in einer Online-Wissensbasis so aufbereitet werden, dass kleine und mittlere Unternehmen der Werkzeugmaschinenbranche sie komfortabel nutzen können. Ein Leitfaden soll den Unternehmen helfen, Fähigkeiten zur Vorausschau und zur Strategiefindung zu entwickeln.

Kontakt:

Dr. Steffen Kinkel
Telefon: (0721) 6809 - 311
E-Mail: steffen.kinkel@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de

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