Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Markt für Emulsionspolymere

25.02.2005


Die strengen Umweltauflagen in den meisten europäischen Staaten erweisen sich noch immer als maßgeblicher Wachstumsfaktor für den Markt der Emulsionspolymere, der bis vor kurzem mit zahlreichen Schwierigkeiten wie steigenden Rohstoff- und Energiekosten zu kämpfen hatte. Eine neue Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan hat ergeben, dass das Umsatzvolumen in Europa von 3,15 Milliarden Euro (2003) um durchschnittlich 4,1 Prozent pro Jahr auf 4,19 Milliarden Euro im Jahr 2010 wachsen soll.




Neben der geltenden Gesetzgebung wirkt sich zudem ein steigendes Risikobewusstsein der Endverbraucher positiv auf den Markt aus. Diese sind sich der Nebenwirkungen leicht flüchtiger organischer Verbindungen (volatile organic compounds, VOC), die in den meisten Produkten auf Basis von Lösungsmitteln vorkommen, zunehmend bewusst.



Langfristig Vorteile für Emulsionspolymere zu erwarten

"In dieser Hinsicht sind Emulsionspolymere auf Wasserbasis wegen ihrer äußerst geringen Emissionen an leicht flüchtigen organischen Verbindungen vorteilhaft, da Wasser als Dispergierungsmittel eingesetzt wird," bemerkt Research Analyst Hariharan von Frost & Sullivan. "Diese Eigenschaft wird langfristig eine wichtige Rolle spielen, besonders bei Anwendungen wie Lacke und Farben."

Steigende Rohstoffpreise und Energiekosten machen Herstellern Druck

Zu schaffen machen den Emulsionsherstellern jedoch explodierende Rohstoffpreise und rapide steigende Energiekosten. Dieser Trend zeigt sich besonders eindrucksvoll im Fall der Styrol-Butadien-Latex Polymere, da die Preise sowohl für Styrol als auch Butadien in jüngster Zeit rapide in die Höhe geschnellt sind. Daher wird es für Hersteller immer schwieriger, ihre Gewinnmargen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die sehr kostensensiblen Kunden zufrieden zu stellen.

Engpässe bei der Lieferung

Verschlimmert wird die Lage noch durch Lieferschwierigkeiten, was die europäischen Emulsionshersteller vor eine große logistische Herausforderung stellt. Gründe für den Engpass liegen hauptsächlich in dem wachsenden Bedarf der sich rapide entwickelnden Volkswirtschaften in Fernost sowie fehlenden Kapazitätserweiterungen in Europa selbst. Allerdings werden sich die Lieferbedingungen in absehbarer Zukunft wieder stabilisieren, da viele wichtige Produzenten ihre Kapazitäten in Ländern wie China und Japan ausbauen.

Konsolidierung zu erwarten

Angesichts dieser Herausforderungen wird der Markt für Emulsionen wahrscheinlich eine Phase nachhaltiger Konsolidierung durchlaufen, wobei kleinere Teilnehmer aus dem Markt herausgedrängt werden und nur größere, finanzstarke Unternehmen betriebsfähig bleiben. Diese zumeist in großen Mengen produzierenden Wettbewerber werden voraussichtlich von ihrer enormen Verhandlungsstärke profitieren und dadurch das Marktwachstum langfristig sicherstellen.

Im Jahr 2003 gab es weniger als 35 aktive Marktteilnehmer, wobei die zehn umsatzstärksten Unternehmen zusammen circa 77 Prozent des gesamten Marktumsatzes erzielten. Es gibt jedoch auch einige Nischenteilnehmer, die besonders spezielle, auf Kundenwünsche zugeschnittene Technologien verwenden.

Konzentration auf die Produktentwicklung verspricht Erfolg

Langfristig erfolgreich werden solche Unternehmen sein, die sich stark auf die Produktentwicklung konzentrieren. So sorgt beispielsweise die Herstellung innovativer, mehrphasiger Acrylpartikel - worin zwei oder mehr verschidene Polymere gleichzeitig in einem Partikel auftreten dürfen - für ein höheres Leistungsniveau. Außerdem sehen die Anbieter in der Entwicklung von spezifischen Emulsionen je nach Kundenbedarf eine Möglichkeit, bisherige Klienten an sich zu binden und neue zu gewinnen.

"Neue Produktentwicklungen erfordern enorme Investitionen in Forschung und Entwicklung," sagt Hariharan. "Dieses ist besonders wichtig für die Unternehmen der Textilindustrie, die einem scharfen Wettbewerb durch den Fernen Osten ausgesetzt ist. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, sind hochwertige Produkte nötig, was allein durch konzentrierte Forschungs- und Entwicklungsarbeit möglich ist."

Baubranche offeriert Wachstumspotenzial

Unter den verschiedenen Endverbraucher-Industrien ist die Baubranche der Bereich mit dem größten Wachstumspotenzial. Ursache dafür ist der zunehmende Gebrauch von Emulsionen und redispergierten Pulvern in Mörtelmodifikationen und ähnlichen Anwendungen.

Auf der Produktseite erweisen sich die Polyurethandispersionen als vielversprechendste Emulsionspolymere, werden sie doch immer häufiger bei verschiedenen leistungsstarken Anwendungen eingesetzt, wie Originalüberzügen von Fertigungsanlagen und Strukturklebstoffen. Frost & Sulllivan zufolge wird der Markt für diese Polymergattung um jährlich durchschnittlich 5,7 Prozent in der Zeit von 2004 bis 2010 wachsen.

Deutschland größter regionaler Markt

Mit etwa 26,2 Prozent des Gesamtumsatzes in 2003 ist Deutschland der größte regionale Markt in Europa. Obwohl die stagnierende Wirtschaftsentwicklung das Wirtschaftswachstum während der letzten zwei Jahre insgesamt sehr gedämpft hat, sollen die verschiedenen Strukurreformen seitens der Regierung einerseits und firmeninterne Umstrukturierungen andererseits den deutschen Markt wirtschaftlich gesunden lassen und die Nachfrage nach Emulsionen ankurbeln helfen.

In der Zwischenzeit wird voraussichtlich das starke Wachstum in Großbritannien und Irland, die gemeinsam den zweitgrößten Umsatzmarkt bilden, die Hauptantriebskraft für eine Marktausweitung und für eine teilweise Kompensation der mittelmäßigen Absatzleistung Deutschlands während der nächsten Jahre sein.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern eine kostenfreie Einführung in den Europäischen Markt für Emulsionspolymere in englischer Sprache per E-Mail.

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://chemicals.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie