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Arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen beheben

15.11.2004


Die Europäische Kommission befragt Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter zum zunehmenden Problem der Erkrankungen des Bewegungsapparats (MSD). Diese Erkrankungen, zu denen z.B. Rückenschmerzen oder Sehnenentzündung gehören, stellen heute das größte Gesundheitsproblem für die Arbeitnehmer in Europa dar. Studien zeigen, dass über 40 Millionen Arbeitnehmer in allen Sektoren in der EU betroffen sind und 40 bis 50 % aller arbeitsbedingten Gesundheitsstörungen darauf zurückzuführen sind. Für die Arbeitgeber in der EU bedeutet dies Kosten in Milliardenhöhe. Das Problem schwächt die Wettbewerbsfähigkeit Europas und kostet jedes Jahr 0,5 bis 2 % BIP.



In einem heute veröffentlichten Konsultationsdokument erklärt die Kommission, dass die meisten Vorschriften zur Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bereits über zehn Jahre alt sind und keinen ausdrücklichen Bezug zu arbeitsbedingten Erkrankungen des Bewegungsapparats enthalten. Entsprechende Rechtsvorschriften existieren nicht in allen Mitgliedstaaten. Die Kommission fragt Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wie sich ihrer Meinung nach die Lücken in den Rechtsvorschriften auf nationaler und Gemeinschaftsebene schließen lassen, um künftig solche Erkrankungen zu verhindern.



Die Kommission unterstreicht die Probleme, die diese Erkrankungen für die Wirtschaft mit sich bringen: Produktionsverluste, Krankheitsurlaub, medizinische Kosten, Entschädigungen und Versicherungen, Verlust erfahrener Mitarbeiter und Kosten für Anwerbung und Ausbildung neuer Mitarbeiter sowie die Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit. Hauptursache für diese Probleme sind unzureichende ergonomische Bedingungen. Die drei wichtigsten Risikofaktoren sind Heben und Bewegen schwerer Lasten, gleichförmige Bewegungsabläufe und beschwerliche Körperhaltung bei der Arbeit.

Das Problem betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, in allen Wirtschaftszweigen und in der gesamten EU. Die Zahlen zeigen, dass das Problem zunimmt: 2000 klagte über ein Drittel der Arbeitnehmer in Europa über Rückenschmerzen - eine Zunahme gegenüber 1995 um drei Prozentpunkte. Am stärksten betroffen sind Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, hier leiden 57 % unter MSD. Die höchsten Zuwachsraten sind bei Angestellten (von 18 % auf 24 %) und Technikern (von 23 auf 31 %) zu verzeichnen.

Arbeitnehmer- und Arbeitgebergruppen haben sechs Wochen Zeit, auf das Papier der Kommission zu antworten. Nähere Informationen finden Sie [hier].

| Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://www.eu-kommission.de

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