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Umsätze der elektronischen Medien treiben die deutsche Medienbranche voran

06.10.2004


PwC-Studie German Entertainment and Media Outlook 2004-2008 prognostiziert Entwicklung und Einnahmen der Branche / Internet am stärksten wachsender Umsatzträger mit 15,7 Wachstum pro Jahr / Umsätze mit Musik- und Tonträgern schrumpfen bis 2008 um 2,4 Prozent pro Jahr / Deutsche Haushalte haben höchste Rate an Breitbandanschlüssen in Westeuropa

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Die deutsche Unterhaltungs- und Medienindustrie wird in den kommenden fünf Jahren mit durchschnittlich 4,7 Prozent pro Jahr mehr als doppelt so stark wie die übrige Wirtschaft wachsen (real 2 Prozent). Allerdings liegt diese für Deutschland prognostizierte Wachstumsrate unter dem für Westeuropa erwarteten Anstieg: Dort wird der Umsatz des Unterhaltungs- und Medienmarktes bis 2008 jährlich um 5,7 Prozent zunehmen. Treibende Kraft der Branche in Deutschland sind vor allem die elektronischen Medien, allen voran das Internet, mit einem prognostizierten Umsatzwachstum von 15,7 Prozent jährlich. Signifikantes Wachstum versprechen auch die erwarteten Einkünfte aus Videospielen (14,1 Prozent) und Film (8,4 Prozent, inklusive der Vermarktung durch DVD und Video) und Fernsehen (4,9 Prozent). Zu den Branchenverlierern zählen voraussichtlich die Musik- und Tonträger ( im Schnitt minus 2,4 Prozent pro Jahr bis 2008) sowie klassische Zeitungen und Zeitschriften (minus 0,6 Prozent). Buchverlage können mit einem geringen Wachstum von 0,3 Prozent rechnen. Das stärkste Wachstum wird die Unterhaltungs- und Medienbranche erwartungsgemäß im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sowie im Olympiajahr 2008 erleben.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Studie German Entertainment and Media Outlook 2004-2008, die PricewaterhouseCoopers (PwC) auf den Medientagen in München am 20. Oktober 2004 vorstellen wird. Die Studie beschreibt die Entwicklung der Umsätze von zwölf Segmenten der Unterhaltungs- und Medienbranche in Deutschland von 1999 bis 2003 und erstellt einen Ausblick für die Jahre 2004 bis 2008.


Anteil des deutschen Medien- und Unterhaltungsmarktes in Europa sinkt

Das Umsatzvolumen des deutschen Unterhaltungs- und Medienmarktes betrug im vergangenen Jahr 57,1 Milliarden Euro und blieb damit nahezu unverändert gegenüber 2002. Bis 2008 sagen die Branchenexperten von PwC einen Anstieg auf fast 72 Milliarden Euro voraus. Innerhalb Westeuropas wird die Branche von derzeit 260 auf 343 Milliarden Euro zulegen. Der Anteil des deutschen Marktes am westeuropäischen ist von 24,3 Prozent im Jahr 1999 auf 21,9 Prozent in 2003 gesunken und wird sich nach Einschätzung von PwC bis 2008 weiter auf 20,9 Prozent verringern.

Trend zur Digitalisierung hält an - Internet stärkster Werbeträger

In den kommenden fünf Jahren zeichnen sich zwei wesentliche Trends ab: "Die Entwicklung der Branche ist von einer zunehmenden Digitalisierung der Inhalte bestimmt, die sich in mehr und besseren Übertragungstechniken, Endgeräten, Breitbandzugängen, legalen Download-Angeboten sowie digitalem Fernsehen und Radio niederschlägt", erläutert Dr. Reinhard Müller, Partner bei PwC und Leiter der deutschen Branchengruppe Entertainment & Media von PwC. "Die Werbung im Internet wird mit einem durchschnittlichen Wachstum von 18,1 Prozent jährlich das am stärksten wachsende Segment der Branche bis zum Jahr 2008 sein".

Zeitungen leiden nach wir vor stark unter Werberückgängen

Dagegen sind die klassischen Medien wie vor allem Zeitungen, die einen bedeutenden Teil ihrer Umsätze mit Werbung erwirtschaften, besonders stark von den Schwankungen des Werbemarktes und der derzeit schwachen Konjunktur in Deutschland betroffen: Im Jahr 2003 gingen die Umsätze der Anzeigenschaltungen um insgesamt 10,1 Prozent zurück, allein der Stellenmarkt in den Zeitungen brach in diesem Zeitraum um 40 Prozent ein. Die Ausgaben für Zeitungswerbung im Unterhaltungs- und Medienmarkt sind nach Angaben der Studie in den Jahren 2000 bis 2003 um insgesamt rund 30 Prozent gekürzt worden. Eine Besserung dieser Entwicklung im Zeitungsmarkt ist nach Einschätzung der PwC-Experten nicht in Sicht: "Die Umsätze aus dem Bereich Zeitungswerbung werden im Jahr 2008 voraussichtlich unter dem Niveau des Jahres 2003 liegen", prognostiziert Dr. Reinhard Müller von PwC.

Deutschland gilt als Zentrale der Internet-Piraterie in Westeuropa

Die Ausgaben der Endverbraucher für Produkte und Dienstleistungen der Unterhaltungs- und Medienindustrie haben sich analog zur schwachen deutschen Konjunktur entwickelt - nach 6,7 Prozent Umsatzwachstum in 2002 legte die Branche in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch um 2 Prozent zu. "Ohne das Wachstum im Segment Internet wären die Ausgaben der Konsumenten sogar um 0,4 Prozent zurückgegangen", verdeutlicht Frank Mackenroth, Partner bei PwC und Leiter der Branchengruppe Entertainment & Media im Bereich Advisory von PwC in Deutschland. "Ursache hierfür waren in erster Linie die Einbrüche beim Verkauf von Musik- und Tonträgern, die mit einem Minus von 17,9 Prozent zu Buche schlugen. Deutschland ist innerhalb der Branche als Zentrale der Internet-Piraterie in Westeuropa verrufen, da hier wesentlich mehr Nutzer die Möglichkeiten haben, Musikstücke und Filme aus dem Internet herunterzuladen als in anderen Ländern".

Deutsche Haushalte haben höchste Rate an Breitbandanschlüssen

Die Bundesrepublik weist die höchste Rate an Breitband-Internetanschlüssen sowie die größte Dichte an DVD- und Videorekordern innerhalb Westeuropas auf: Rund 27 Prozent aller Internet-Haushalte verfügen über einen Breitband-Zugang und knapp 80 Prozent aller deutschen TV-Haushalte besitzen einen VHS- Rekorder oder einen DVD-Player. Nach Einschätzung der PwC-Studie wird der Anteil der DVD-Player in deutschen TV-Haushalten im Jahr 2008 bei rund 80 Prozent liegen. Die Kehrseite dieser für die Branche erfreulichen Breitenversorgung der Bevölkerung sind die Umsatzeinbrüche im Bereich Film, Musik- und Tonträger", so Frank Mackenroth. Auch in den nächsten Jahren werden deutsche Verbraucher rund 1,3 Prozentpunkte weniger für Medienkonsum ausgeben als ihre westeuropäischen Nachbarn, schätzen die Autoren des Entertainment & Media Outlook 2004 - 2008 von PwC.

Die Studie von PwC German Entertainment and Media Outlook 2004-2008 können Sie ab dem 20. Oktober 2004 kostenfrei im pdf-Format herunterladen.

Dr. Reinhard Müller | PriceWaterhouseCoopers
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com/de/publikationen

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