Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stottern nicht nur ein Sprechproblem

23.07.2004


Verzögerung der Reaktion bei schwierigen Aufgaben festgestellt



Auch wenn Menschen, die stottern nicht sprechen, verarbeitet ihr Gehirn Sprache anders. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Purdue University gekommen. Die leitende Wissenschaftlerin Christine Weber-Fox erklärte, dass das Stottern bisher als ein Sprechproblem angesehen und wenig Augenmerk auf die komplexen neurologischen Systeme gelegt wurde, denen das Sprechen unterliegt. "Wir haben Unterschiede hinsichtlich der Art wie das Gehirn Information verarbeitet, wenn Menschen an Sprache denken aber nicht sprechen, bei stotternden und nicht stotternden Erwachsenen gefunden. Es gab zum Beispiel eine signifikante Verzögerung in der Reaktionszeit als die Teilnehmer eine schwierige Sprachaufgabe erhielten. Wir haben zusätzlich nachgewiesen, dass bei Menschen die stottern, bestimmte Bereiche des Gehirns beim Lösen einiger sprachbezogener Aufgaben aktiver sind." Die Ergebnisse der Studie werden in der Augustausgabe des Fachmagazins Journal of Speech, Language and Hearing Research veröffentlicht.



Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Anne Smith untersuchte Weber-Fox semantische, grammatikalische und phonologische Aspekte der Sprache. Für jeden Teilbereich wurden die Gehirnaktivitäten von stotternden Erwachsenen gemessen als sie durch das Drücken eines Knopfes auf Fragen hinsichtlich des Sinnes eines Satzes, Grammatik, Satzstruktur oder Reime antworteten. Laut Weber-Fox zeigten sich zahlreiche komplexe Interaktionen zwischen Sprache und motorischem System. Daher könne auch nicht eine einzelne Ursache für das Stottern verantwortlich gemacht werden. Es handle sich vielmehr um eine komplexe Interaktion vieler Faktoren, die genetisch, sprachlich, motorisch und emotional sind.

Zuletzt konzentrierten sich die Wissenschaftlerinnen auf die phonologischen Aspekte der Sprache und hier speziell auf das Reimen. Dafür wurde wie in den vorhergegangenen Untersuchungen die Gehirnaktivität in Millisekunden gemessen. Den 22 Teilnehmern, von denen die Hälfte stotterte, wurde eine Serie mit jeweils zwei Wörtern auf einem Bildschirm gezeigt. Sie sollten, ohne sie sich laut vorzusagen, jene Wortpaare identifizieren, die sich reimten. Es zeigte sich, dass stotternde Teilnehmer bei drei der vier angebotenen Reimvarianten eine ähnliche Gehirnaktivität, und Antwortgenauigkeit aufwiesen. Bei Wortpaaren, die sich ähnlich sahen aber sich nicht reimten, war die Reaktionszeit auf 410 Millisekunden verlangsamt. Bei den drei anderen Variationen lagen alle Teilnehmer bei rund 350 Millisekunden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.purdue.edu
http://www.asha.org/about/publications/journal-abstracts/jslhr

Weitere Berichte zu: Gehirnaktivität Millisekunde Sprechproblem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten