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Für die Schönheit unters Messer legen? - Über die Einstellung der Deutschen zu Schönheitsoperationen

05.06.2001


Viel wird über Schönheitsoperationen berichtet und diskutiert. Dr. Norbert Kluge und Dr. Marion Sonnenmoser von der Universität in Landau wollten genau wissen, wie es um die Einstellung der Deutschen zu Schönheitsoperationen steht. Ihr Fazit: Die große Mehrheit(83%) hat daran kein Interesse. Allerdings planen oder denken 16% der Befragten an einen Eingriff.
Cellulite, Krähenfüße, Krampfadern, Fettpolster oder Hakennasen stehen nicht im Einklang mit den gängigen Schönheitsnormen. Die Schönheitschirurgie verspricht einen vermeintlichen Ausweg und propagiert: Schönheit lässt sich machen, lässt sich kaufen! Da das Thema in den Medien sehr präsent ist, wollten Prof. Dr. Norbert Kluge und Dr. Marion Sonnenmoser von der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik der Universität in Landau wollten genau wissen, wie es um die Einstellung der Deutschen zu Schönheitsoperationen steht. Sie befragten in Zusammenarbeit mit dem Emnid-Institut rund 1.500 Frauen und Männer. Das zentrale Ergebnis lautet: Die große Mehrheit der Deutschen (83%) hat kein Interesse an Schönheitsoperationen.


Allerdings planen rund 16% einen Eingriff oder würden sich gerne operieren lassen. Nur 1% der Befragten hat sich bereits einem schönheitschirurgischen Eingriff unterzogen. Kluge und Sonnenmoser verglichen ihre Ergebnisse mit anderen repräsentativen Untersuchungen zu diesem Thema aus den Vorjahren. Der Vergleich zeigt, dass das Interesse und die Bereitschaft zu Schönheitsoperationen in den vergangenen drei Jahren nicht gestiegen ist. Unter den Befragten, die sich besonders für Schönheitsoperationen interessieren oder bereits eine durchführen ließen, sind vor allem Frauen zwischen 30 und 49 Jahren vertreten.
Die Landauer Studie zeigt auch, dass Personen, die sich nicht für Schönheitsoperationen interessieren, zufriedener mit ihrem Aussehen sind und ihren Körper weitgehend akzeptieren. Die an Schönheitsoperationen interessierten Frauen und Männer empfinden ihren Körper eher als Gegner. Bei ihnen ist der Wunsch stark ausgeprägt, den Körper unter Kontrolle zu haben. Männer und Frauen, die sich nicht für Schönheitsoperationen interessieren, legen im Übrigen genauso viel Wert auf ihr Aussehen wie Operations-Interessierte. Sie versuchen allerdings mit anderen Mitteln als mit schönheitschirurgischen Eingriffen etwas für ihr Aussehen zu tun.

Kontakt:
Prof. Dr. Norbert Kluge, Dr. Marion Sonnenmoser,
Tel.: 0 63 41 / 990-162 oder 0 63 41 / 96 29 49
E-Mail: fsus@uni-landau.de

Bernd Hegen | idw
Weitere Informationen:
http://fss.uni-landau.de

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