Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stromausfälle sind die größte Sorge der Energieversorger in aller Welt

18.05.2004


Neue PwC-Studie zeigt Trends in der globalen Stromindustrie auf / Zehn Billionen US-Dollar für Investitionen in Leitungsnetze und Stromerzeugung bis 2030 erwartet

Nach den großen Stromausfällen von New York, London und Mailand im vergangenen Jahr ist die Furcht vor weiteren Betriebsstörungen bei den Energieunternehmen in aller Welt gestiegen. Für 65 Prozent der Versorgungsunternehmen steht die Sicherheit der Stromversorgung an erster Stelle. Im Vorjahr rangierte das Thema Sicherheit noch auf dem vierten Platz. In Europa rechnen 91 Prozent der Versorger künftig mit regelmäßigen Ausfällen. Verstärkt wird diese Sorge durch den wachsenden globalen Energiebedarf, der umfangreiche Investitionen in bestehende und neue Leitungsnetze und in die Stromerzeugung erfordert. Wer für die anfallenden Ausgaben aufkommen soll, ist zur Zeit noch nicht geklärt. Darüber hinaus hält die Unsicherheit über die künftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die zögerliche Deregulierung und Privatisierung staatlicher Energiebetriebe an. Für 61 Prozent der Manager bei Energieversorgern sind die zunehmenden gesetzlichen Auflagen und Regulierungen das zweitwichtigste Thema.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie Supply Essentials: Utilities Global Survey 2004, die PricewaterhouseCoopers (PwC) jetzt vorgestellt hat. In dieser bereits zum sechsten Mal durchgeführten jährlichen Studie, interviewte PwC dieses Mal 178 Führungskräfte von Energieversorgern in aller Welt.

Investitionsbedarf in Infrastruktur und Erzeugung steigt stark an

Um die wachsende Nachfrage nach Strom in aller Welt zu decken, sind sowohl umfangreiche Investitionen in die vorhandenen und neuen Leitungsnetze als auch in den Ausbau der Erzeugungskapazitäten notwendig. Nach einer Untersuchung der International Energy Agency wird der globale Energiebedarf bis zum Jahr 2030 real um zwei Drittel steigen, was Investitionen in die Infrastruktur von schätzungsweise zehn Billionen US-Dollar erfordert. "Wenn Stromausfälle in der Zukunft nicht zur Gewohnheit werden sollen, dann sind größere langfristige Investitionen unumgänglich", bestätigt Manfred Wiegand, Partner und Leiter des Bereiches Global Utilities bei PricewaterhouseCoopers. "Zur Sicherung des dazu benötigten Investitionsbedarfs ist jedoch ein durchgängiges und verlässliches gesetzliches und regulatorisches Umfeld notwenig, um den Energiesektor für Kapitalanleger attraktiver zu machen. Denn Kapital fließt nur dorthin, wo unter Berücksichtigung des Risikos die Aussicht auf eine angemessene Verzinsung besteht."

Übernahmen konzentrieren sich auf den Heimatmarkt

Der Markt der Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, kurz: M&A) bei den Energieversorgern ist im ersten Halbjahr 2003 stark zurückgegangen. Statt globaler Transaktionen bestimmten dafür vor allem in der zweiten Jahreshälfte Übernahmen von Energieunternehmen im jeweiligen Heimatmarkt und in benachbarten Ländern das M&A-Geschehen - 65 Prozent aller Transaktionen erfolgten auf dem jeweiligen Heimatmarkt. Die Erweiterung der Kundenbasis und die Erzielung von Skaleneffekte waren dabei die Hauptmotive für Übernahmen.

Gas weitet seinen Anteil im europäischen Energie-Mix aus

Die Studie macht auch auf die Veränderungen im Energie-Mix der europäischen Versorger aufmerksam. Gas weitet seinen Anteil als Energielieferant im Vergleich zur Kohle weiter aus: Werden Kraftwerke in Europa heute noch zu 31 Prozent mit Kohle und zu 27 Prozent mit Gas betrieben, so wird sich dieses Verhältnis in zehn Jahren zu Gunsten von Gas (dann 31 Prozent) gegenüber Kohle (dann 24 Prozent) wandeln.

Neue Wege zur Abgrenzung von Wettbewerbern gesucht

In einem immer härteren Markt mit sich angleichenden Konditionen kommen Differenzierungsmerkmalen zwischen den Unternehmen eine wachsende Bedeutung zu. So nannten die Führungskräfte der Stromversorger Kundenservice als wichtigstes Kriterium, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Erst als zweites und drittes Kriterium wurden Preis und Markenbildung genannt.

Viele Energieversorger haben noch keine Strategie für den Klimawandel

Die Unternehmen wollen ihr Umwelt-Engagement in den nächsten Jahren stärker kommunizieren. Jedoch können derzeit nur 43 Prozent der befragten Unternehmen eine komplette oder zumindest teilweise Strategie vorweisen, wenn es um das Thema Klimawandel geht. In Europa sind es sogar nur 41 Prozent der Konzerne (2003: 58 Prozent). 26 Prozent der Unternehmen weltweit (Europa: 22 Prozent) gaben an, gar keine Strategie für den Klimawandel zu haben.

Die wachsende Bedeutung der Schadstoffreduzierung bei der Stromerzeugung akzeptieren inzwischen die meisten Versorgungsunternehmen in aller Welt: 65 Prozent von ihnen stehen dem bevorstehenden Emissionshandel positiv gegenüber und erachten ihn als "positiv für das Geschäft". In Europa teilt dagegen nur etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) der befragten Unternehmen diese Auffassung. Als Grund für die Zurückhaltung in Europa wird die Unsicherheit über zukünftige Emissionsrechte und die gesetzlichen Rahmenbedingungen genannt.

Die Studie Supply Essentials: Utilities Global Survey 2004 von PwC sowie die beiden Untersuchungen Power Deals 2003 und Climate Change and the Power Industry können Sie [hier] im pdf-Format kostenlos herunterladen.

Manfred Wiegand | PriceWaterhouseCoopers
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com/energy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise