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Weltraummüll wird zu immer größerer Gefahr für Satelliten

15.03.2004


Weltraummüll wird nach Ansicht von Wissenschaftlern zu einer immer größeren Gefahr für Satelliten und Raumfahrzeuge. «Zurzeit befinden sich rund 330 Millionen verschiedene Objekte in Umlaufbahnen um die Erde, deren Durchmesser größer als ein Millimeter ist», erläuterte Diplom-Wirtschaftsingenieur Michael Oswald vom Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme (ILR) der Technischen Universität Braunschweig in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur.



Die Palette reiche dabei von abgebrannten Raketenstufen, Explosionstrümmern und ausrangierten Satelliten bis hin zu Kleinteilen, wie beispielsweise Schlacke und Staub aus Zündungen von Feststoffmotoren. «Die größte Gefahr geht von der hohen kinetischen Energie der Schrottteile aus», sagte Oswald. Für einen Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn beträgt die mittlere Einschlaggeschwindigkeit des Weltraummülls zehn Kilometer pro Sekunde. «Ein Partikel von nur einem Zentimeter Größe kann bei einem Zusammenstoß mit einem Satelliten oder Raumfahrzeug die Energie einer Handgranate freisetzen», erklärte Oswald. Massive Schäden bis hin zur völligen Zerstörung sind die Folge.



Die Schäden, die Weltraummüll an Satelliten anrichten kann, könne in vielen Fällen bereits heute nicht mehr als vernachlässigbar eingeschätzt werden. Internationale Gremien haben daher Szenarien entwickelt, wie das Risiko von Einschlägen auf Satelliten möglichst gering gehalten werden kann. «Die konsequente Vermeidung von Weltraummüll durch alle raumfahrttreibenden Nationen ist dringend erforderlich; nur so kann verhindert werden, dass die Gefährdung von Raumfahrzeugen durch Einschläge von Weltraummüll drastisch ansteigt», erklärte Oswald.

Gemeinsam mit Partnern aus sieben Nationen hat das ILR im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) eine Studie für die Entwicklung eines «Service-Satelliten» für Nutzlasten im All erarbeitet. «Bei dem Projekt «ROGER» (Robotic Geostationary Orbit Restorer) geht es darum, ausgediente oder abgeschaltete Satelliten aus der geostationären Umlaufbahn in eine rund 400 Kilometer darüber liegende Bahn zu transportieren, wo sie keinen Schaden mehr anrichten könnten», erläuterte der Wissenschaftler. «ROGER» könnte - in den Orbit mit einer Trägerrakete geschossen - pro Flug bis zu 30 verbrauchte Satelliten aus dem Verkehr ziehen.

| pro-physik.de
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de
http://www.pro-physik.de

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