Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Private Equity- und Venture Capital-Markt: Erste Signale deuten auf Erholung hin

11.12.2003


Aktuelle Studie von PwC und 3i zeigt Anstieg der Investitionen im ersten Halbjahr 2003 / Trendwende bei Technologie-Investitionen? / Deutschland fällt 2002 im internationalen Vergleich zurück


Zum ersten Mal seit zwei Jahren zeichnet sich wieder ein Wachstum im Markt für Eigen- und Risikokapitalbeteiligungen (Private Equity und Venture Capital) ab. Mit mehr als 57 Milliarden US-Dollar liegen die Investitionen im ersten Halbjahr 2003 bereits über der Hälfte des Vorjahresvolumens (2002: 102 Milliarden US-Dollar). Dabei nimmt die mehrheitliche Übernahme der Anteile einer Gesellschaft durch die Geschäftsführung (Management Buy-out) mit 42 Milliarden US-Dollar den Löwenanteil (74 Prozent) ein. Die Finanzierung von Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen (drei Milliarden US-Dollar) und Expansionsfinanzierungen (sieben Milliarden US-Dollar) sind dagegen rückläufig. Der Zufluss von neuen Mitteln in Private Equity-Fonds (Fundraising) hat im ersten Halbjahr 2003 ebenfalls weiter nachgelassen - mit 24 Milliarden US-Dollar wurde nur rund ein Viertel der gesamten Mittel des Jahres 2002 (88 Milliarden US- Dollar) bei Investoren eingesammelt. Der Trend in Unternehmen mit stabilen Umsätzen und marktreifen Produkten zu investieren, hält demnach an. Technologie-Unternehmen werden nach wie vor als riskant eingestuft.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie Global Private Equity Report 2003, die PricewaterhouseCoopers (PwC) bereits zum vierten Mal gemeinsam mit 3i als eine der führenden internationalen Venture Capital-Gesellschaften durchführte. Dabei wurde die Investitionstätigkeit in Nordamerika, Westeuropa und im asiatisch-pazifischen Raum im Jahr 2002 und im ersten Halbjahr 2003 untersucht.


Starker Rückgang neuer Finanzmittel in 2002

Während die weltweiten Private Equity- und Venture Capital-Investitionen im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um ein Prozent auf 102 Milliarden US-Dollar sanken, nahm der Zufluss neuer Mittel dramatisch ab: Standen im Jahr 2001 noch 164 Milliarden US-Dollar für Investitionen zur Verfügung, so war es im vergangenen Jahr mit 88 Milliarden US-Dollar fast nur noch die Hälfte.

Während die Investitionen in Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen und Expansionsvorhaben im Jahr 2002 weltweit stark zurückgingen, verdoppelte sich das Volumen für Buy-outs im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf 64 Milliarden US-Dollar.

Trendwende bei Technologie-Investitionen?

Mit 38 Prozent verzeichnete die Technologiebranche im Jahr 2002 erneut den größten Anteil an allen Eigen- oder Risikokapital- Finanzierungen. Doch das Investitionsvolumen sank auch hier nahezu um ein Drittel auf 39 Milliarden US-Dollar. "Während die Private Equity-Investitionen in den Jahren 2001 und 2002 kaum zurückgingen, sind die Investments im Technologie-Bereich erheblich gesunken", konstatiert Theo Weber, Venture Capital-Experte in der Corporate Finance-Beratung von PwC. "Deshalb ist es interessant zu sehen, inwieweit sich dieser Trend umkehrt, nachdem es bereits einige Signale für ein Anziehen der Technologie-Investitionen gibt."

Deutschland fällt im internationalen Vergleich zurück

Im internationalen Vergleich fällt die Bundesrepublik im vergangenen Jahr mit einem investierten Gesamtvolumen von 2,37 Milliarden US- Dollar auf den sechsten Platz zurück - im Jahr 2001 belegte sie noch den dritten Rang. Die USA führen die Rangliste mit 62,68 Milliarden US-Dollar an, gefolgt von Großbritannien (9,58 Milliarden US- Dollar), Frankreich (5,53 Milliarden US-Dollar), Italien (2,48 Milliarden US-Dollar) und Japan (2,38 Milliarden US-Dollar). Im Bereich der Technologie-Investitionen erreicht Deutschland mit 800 Millionen US-Dollar weltweit sogar nur den neunten Platz.

Die stärksten Zuwächse an Private Equity- und Venture Capital- Investitionen verzeichneten in den vergangenen Jahren Indien (+ 82 Prozent), Schweden (+ 57 Prozent), Dänemark (+ 50 Prozent) sowie mit Australien und Süd-Korea (jeweils + 39 Prozent) zwei Länder des asiatisch-pazifischen Raums. Australien, Indien und Dänemark zählten bereits 2001 zu den am stärksten wachsenden Nationen.

Private Equity als Schlüssel für Restrukturierungen

"Es ist zwar noch zu früh, um den Rückgang der Private Equity- und Venture Capital-Investitionen als abgeschlossen zu bezeichnen, aber insgesamt scheint sich das Vertrauen im Markt wieder herzustellen," ergänzt Jane Crawford, Geschäftsführerin von 3i Deutschland. "Mit freundlicheren Aktienmärkten und dem nach wie vor bestehenden Restrukturierungsbedarf vieler Unternehmen sind wir für die Zukunft deshalb positiv gestimmt."

Dr. Theo Weber | PriceWaterhouseCoopers
Weitere Informationen:
http://www.pwcmoneytree.com
http://www.3i.com

Weitere Berichte zu: Equity PwC Technologie-Investition US Venture

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise