Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europas Autohersteller favorisieren Hybrid-Elektro-Technologie

17.03.2003


Die Hybrid-Elektro-Technologie findet bei den Autoherstellern immer mehr Zuspruch, da sie zu den wirkungsvollsten Methoden zählt, den CO2-Ausstoss zu reduzieren.



Zudem findet diese Technik aufgrund ihres ökologischen Nutzwertes breite gesellschaftliche Unterstützung. Deshalb widmen sich immer mehr europäische Autobauer der Entwicklung hybrider Fahrzeugantriebe und kämpfen um die Vorherrschaft auf diesem Feld. Auch der Wettbewerb ist in vollem Gange, um den Technologievorsprung japanischer Hersteller auf dem zukünftigen Europamarkt für Hybrid-Elektrofahrzeuge (HEV; Hybrid Electric Vehicle) abzubauen. Eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan geht davon aus, dass die Auto-hersteller und ihre Zulieferer die Werbetrommel für die Hybrid-Technologie kräftig rühren werden, um ihre progressiven Lösungen und Komponenten als technische Pionierleistungen anzupreisen. Bis 2010 werden voraussichtlich alle größeren Hersteller HEVs in ihrem Produkt-Portfolio anbieten, um so ihr ökologisches Engagement zu bekräftigen. Weiterhin erklärt Frost & Sullivan, dass man am Ende des Prognosezeitraums im Jahr 2010 einen Anteil von ca. drei Prozent für die HEVs bei den europäischen PKW-Verkäufen erwartet. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass der HEV-Markt von ungefähr 900 ausgelieferten Fahrzeugen (2000) auf 450.000 (2010) anschwellen wird.



Europa ist wichtigster Absatzmarkt für milde HEVs - Autobauer verfolgen unterschiedlichen Marktstrategien

Die Analysten von Frost & Sullivan prognostizieren den europäischen Raum als Hauptabsatzgebiet für milde HEVs. Hierunter werden in der vorliegenden Studie Hybridmotoren mit einer elektrischen Leistung von zehn bis 20 kW verstanden. Die elektrische Kraft wird dabei hauptsächlich zum Starten des Verbrennungsmotors und für zusätzliches Drehmoment eingesetzt. Zwischen 2010 und 2015 wird sich ihre Marktdurchdringung verdreifachen, während die Produktion auf Hochtouren läuft. Ab 2015 wird die Marktsättigung auf acht bis zehn Prozent geschätzt, wobei sich der Großteil der Hybrid-Aggregate aus milden Systemen zusammensetzt. Dr. Julia Reuter, Research Analyst bei Frost & Sullivan, bemerkt hierzu: "Die Marktteilnehmer verfolgen individuelle Strategien und wählen unterschiedliche Hybridformen, um die effektivste Lösung für den Europamarkt zu entwickeln. So erwägt die PSA Group eine stufenweise Einführung in drei Etappen (Mini-, Mild- und Full-Systeme), wohingegen die Toyota Motor Corporation den Markt hauptsächlich mit Full-HEVs beliefern will. Renault wie auch Fiat konzentrieren ihre Ambitionen auf milde Hybridantriebe. Ford Europa konkurriert um die Führungsposition als Hersteller der verbrauchsgünstigsten Fahrzeuge und betrachtet milde Hybrid-Systeme als wichtige Technologie, um den Verbrauch zu senken. Die Volkswagen AG hingegen sieht 15 Prozent Spriteinsparung als maximalen Hybridisierungsgrad an." Die Adam Opel AG und DaimlerChrysler entwickeln ebenfalls Hybrid-Konfigurationen und wollen ihre Modelle während der zweiten Hälfte dieser Dekade lancieren. Honda Motor Corporation ist bisher der einzige Autohersteller, der milde Hybrid-Systeme in Europa verkauft. Unterstützt durch den Verkaufsstart des Civic Hybrid im Frühjahr 2003 wird Honda den europäischen Markt für milde HEVs bis etwa 2005 anführen. Lediglich BMW schert aus der Hybrid-Kolonne aus und wählt die Wasserstoff-basierte Antriebsvariante auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität.

Full-Hybrid-Technologie vor allem in Japan und Nordamerika gefragt

Obwohl Full-Hybrid-Modelle (Leistung 30 bis 50 kW, vollständiger Elektrobetrieb möglich) vor allem Japan und Nordamerika schon seit einigen Jahren verfügbar sind, ist der seit 2000 lieferbare Toyota Prius bislang in Europa das einzige Fahrzeug, das vollständig auf hybriden Kraftantrieb setzt. Frost & Sullivan geht nicht davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren Full-Hybride anderer Hersteller in Europa zu kaufen sein werden. Auf dem Marktplatz haben die Teilnehmer die PSA Group und Renault-Nissan als potentielle Newcomer ausgemacht. Die beiden französischen Autobauer werden ihre Full-Hybrid-Systeme voraussichtlich 2008 einführen. Jedoch weist Frost & Sullivan mahnend darauf hin, dass sich die Full-Hybride innerhalb dieser Dekade nur sehr langsam durchsetzen werden. Dr. Reuter bemerkt abschließend: "Wir bauen darauf, dass Europas Autohersteller dem Weg der Mild-Hybrid-Entwicklung folgen werden. Obwohl Forschung und Entwicklung im Bereich der Full-Hybrid-Kraftantriebe substantiell wichtig sind, ist der Europamarkt eher auf die Verminderung von CO2- als NOX-Emissionen ausgerichtet. Dadurch ist die vollständige Hybridisierung hier unwichtiger als auf Märkten wie Japan und Nordamerika." Honda Motor Corporation ist derzeit der einzige Hersteller, der ein Mild-Hybrid-Elektrofahrzeug in Europa anbietet. Der Honda Insight hat allerdings eher Prototypcharakter und soll im Frühjahr 2003 durch das Nachfolgemodell Honda Civic Hybrid abgelöst werden.

Benzinbetriebene HEV-Systeme sind die Übergangsmodelle - Deutschland ist langfristig Absatzmarkt Nummer Eins

Im Sinne des Gesamtumsatzes bleiben benzinbetriebene HEVs bis zum Ende dieser Dekade tonangebend. Obwohl die Autohersteller auch dieselbetriebene HEVs nicht ausschließen, planen die meisten Unternehmen den Einbau von Benzinmotoren in ihre ersten HEV-Modelle. Das Marktgeschehen wird einen Zuwachs an strategischen Allianzen und Partnerschaften erfahren, die als Schlüsselfaktoren für den Erfolg auf dem Hybridfahrzeugmarkt gelten. Um im volumenstarken HEV-Markt mithalten zu können, geht die Studie davon aus, dass die Hersteller von Originalersatzteilen und die Zulieferer ihre Kräfte bündeln und eine langfristige Geschäftspartnerschaft mit klaren Kompetenzzuweisungen eingehen werden.

Frost & Sullivan sieht in Großbritannien das größte europäische Marktpotential für hybride Elektrofahrzeuge. Frankreich folgt auf dem zweiten Platz, wobei das Wachstum von regionalen Marktteilnehmern wie PSA gepuscht wird, indem das Unternehmen den Verkaufsstart von Mild-Hybrid-Systemen aktiv vorantreibt. Langfristig werden sich die milden HEVs höchstwahrscheinlich in Deutschland etablieren. So wird Deutschland zum führenden HEV-Markt in Europa.

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com
http://www.transportation.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie