Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Preisärger als Preisfreude bei Verbrauchern: Neue Studie des Nürnberger Marketing-Lehrstuhls

06.02.2003


Steigt die Preisachtsamkeit der Verbraucher und informieren sie sich jetzt intensiver über Preise? Oder kaufen sie gar andere Produkte in anderen Geschäften? Wichtigen Fragen in Verbindung mit den Folgen der Euro-Einführung geht eine Untersuchung von Gabriele Brambach und Stefanie Kirchberg des Lehrstuhls für Marketing der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg auf den Grund. Die wichtigsten Erkenntnisse zweier Verbraucher-Befragungen wurden jetzt als Arbeitspapier veröffentlicht.



Die Kernbefunde zum Preisverhalten der Verbraucher sind klar: Der Euro scheint sich noch nicht in den Alltag der Verbraucher eingefügt zu haben und bleibt damit weiterhin sowohl gewöhnungsbedürftig, was die Konsumenten betrifft, als auch erklärungsbedürftig, was die Preisverhaltensforschung angeht. Es entstehen temporär neue Preis-Wahrnehmungsschwellen, alte verschwinden zum Teil oder werden leicht verschoben.



Das Euro-Preiswissen der Verbraucher nimmt von März zum Juni 2002 zu, dennoch nennt ein Viertel der Befragten spontan fünf konkret erfragten Preise in DM. Bevorzugt dienen Erfahrungen des letzten Kaufs zum Erwerb von Euro-Preiswissen und hinsichtlich der Sicherheit der Preiskenntnisse ergibt sich eher ein gemischtes Bild.

Mit den Preisinformationen des Handels sind die befragten Konsumenten eher unzufrieden: Sie misstrauen dem Handel in punkto opportunistisches Ausnutzen ihrer temporären Unsicherheit mit der neuen Währung. Auch in Preisgarantien des Handels haben sie nur begrenzt Vertrauen.

Hauptaussagen der Studie

Die Befragten empfinden mehr Preisärger als Preisfreude mit zunehmender Tendenz in der zweiten Befragungswelle. Sie haben eine starke subjektive Wahrnehmung Euro-bedingter genereller Preissteigerungen (bisher) und glauben, dass die Preise auch in Zukunft Euro-bedingt weiter steigen. Der Preis wird vielen Verbrauchern seit der Euro-Einführung wichtiger: Sie haben ein gesteigertes Alternativenbewusstsein, welches sich auch im Wechsel angestammter Einkaufsstätten und gewohnter Produkte niederschlägt. Auch ihre Preisachtsamkeit hat Euro-bedingt zugenommen. Die Verbraucher informieren sich seit der Einführung des Euro stärker über Preise.

Zum Preisvergleich greifen die meisten der Befragten auf die 1-zu-2-Umrechnungsheuristik zurück, auch wenn ca. 60 Prozent den Umrechnungskurs in ausreichendem Maße kennen. Beim Geben von Trinkgeld in Euro zeigen sich die befragten Verbraucher eher vorsichtig. Ein Großteil der Probanden empfindet, sich seit Einführung des Euro eher weniger "zu leisten"; ein Teil der Verbraucher empfindet eine subjektive Geldknappheit; Anschaffungen werden jedoch nur zum Teil Euro-bedingt verschoben.

Die Ergebnisse der Studie sind in einem Ergebnispapier dokumentiert.

Weitere Informationen
Gabriele Brambach
Stefanie Kirchberg
Tel.: 0911/5302-103
E-Mail: a href=mailto:Gabriele.Brambach@wiso.uni-erlangen.de>Gabriele.Brambach@wiso.uni-erlangen.de

Dr. Angela Bittner | idw

Weitere Berichte zu: Euro-Einführung Euro-bedingt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics