Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Server-Colocation bleibt markttaugliches Geschäftskonzept

14.01.2003


COLOCATION-UMSATZ


Der Europamarkt für Colocation-Dienstleistungen


Das Geschäftsmodell Colocation (auch Server-Housing genannt) ist trotz aller Unkenrufe eine marktfähige Dienstleistung, wenn auch viele Telekommunikationsdienstleister dieses Serviceangebot eingestellt haben. Eine aktuelle Analyse der internationalen Unternehmensberatung Frost & Sullivan räumt ein, dass eine umgreifende Konsolidierung auf dem Colocation-Markt stattgefunden hat – und zwar unabhängig von der Geschäftsbeziehung zwischen Dienstleistern und den Betreibern von Telekommunikationsnetzen (TK-Carrier). Als sich die Wirtschaftslage weltweit verschlechterte, wurde den TK-Carriern die eigene Schuldenlage schmerzlich bewusst. Der Niedergang vieler Internetfirmen und die anschließende massive Marktbereinigung haben den Aufbau weiterer Anlagen verhindert und gleichzeitig die Server-Housing-Anbieter gezwungen, ihre geplanten Maßnahmen zur Volumendeckung neu zu überdenken. Im Jahr 2002 konnte auf dem europäischen Colocation-Markt immerhin ein Gesamtumsatz von 191,1 Millionen US-Dollar erwirtschaftet werden. Im Jahr 2007 sollen es dank positiver Aussichten bereits 656 Millionen US-Dollar sein.

Konsolidierungsbewegungen und Sparverhalten bestimmen die Marktsituation


Schmale Profitmargen und eine Überkapazität an Colocation-Angeboten werden als Ursache für die Entwicklung der letzten Zeit angeführt. Zudem fahren die Investoren derzeit einen strengen Sparkurs, der bezeichnend ist für die Investitionsunwilligkeit in Colocation-Projekte. Die Gründe des zögerlichen Verhaltens sind in unzulänglichen Geschäftskonzepten wie auch in der fehlenden Aussicht auf eine zeitnahe Anlagenrendite zu finden. Daher erfuhr der europäische Colocation-Markt in den letzten Jahren eine klare Konsolidierung. In 2002 zeigte sich dies in der verringerten Anzahl von tatsächlich betriebenen Colocation-Zentren und in der anschließenden Abnahme des verfügbaren Colocation-Volumen.

Colocationservice hat Aufklärungsbedarf - Prognose dennoch positiv

Die Analyse hebt hervor, dass nach wie vor viele Unternehmen nicht ausreichend über die Vorzüge informiert sind, die ein Server-Outsourcing bei einem Colocation-Anbieter charakterisieren. Dennoch stimmen die Studienergebnisse optimistisch und sagen voraus, dass die Colocation-Dienstleistungen die reale Profitgrenze erreichen und halten können. Dies geschieht selbstverständlich in einem langsameren Tempo als in früheren Branchenschätzungen angekündigt. Der Europamarkt für Colocation-Dienstleistungen steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Frost & Sullivan nimmt an, dass dieser anfänglich völlig überzeichnete Markt ab 2005 ein dauerhaftes Wachstum von 30 Prozent erwarten kann. 2005 gilt als Entscheidungsjahr, das sowohl wirtschaftlichen Aufschwung wie auch schnelleres Wachstum auf dem Webhosting-Markt bringen soll. Der Bedarf an e-B2B- (’electronic Business-to-Business’) und mobilen Anwendungsdienstleistungen ist als Startsignal für eine erhöhte Marktstimulanz im Colocation-Sektor zu werten. "In diesem Gesamtklima war es sehr hart für die Colocation-Dienstleister, Unterstützung für Neuinvestitionen zu finden. Die goldenen Tage waren vorüber, in denen die Investoren geduldig auf die erhofften großen Gewinne warteten. Der großzügig-verschwenderische Umgang mit Finanzmitteln ist definitiv passé", berichtet Marina Martin, Industry Analyst bei Frost & Sullivan. "Eine klarere Darstellung und Differenzierung der unterschiedlichen Colocation-Anlagen wurde möglich, nachdem sich einige Akteure vom Marktgeschehen verabschiedet hatten, die TK-Carrier-spezifische Services angeboten hatten. Obwohl sie ihre Bemühungen auf Administrationsdienstleistungen wie Web- und Anwendungshosting, Sicherheitsdienstleistungen und seit kurzem auch Webdienste konzentrieren, können sie die vorhandenen Datenzentrenbestände weiterhin wirksam einsetzen. Folglich können wir davon ausgehen, dass Colocation-Dienstleistungen künftig als Mehrwertleistung zum Administrationspaket der Netzwerkbetreiber gehören", merkt Martin an.

Geschäftspartnerschaften sichern das wirtschaftliche Überleben

"Ein Muster zeichnet sich langsam ab: Colocation-Einrichtungen bilden vermehrt Partnerschaften, indem sie sich beispielsweise mit Systemintegratoren zusammentun, um so ein verzweigteres Dienstleistungsangebot offerieren zu können. Die entscheidende Herausforderung für die Colocation-Anbieter ist, einerseits auf das zentrale Anlagenmanagement aufzubauen und andererseits das Leistungsspektrum um grundlegende Infrastrukturdienste zu erweitern", erklärt Martin. Große Netzwerkbetreiber, die auf Finanzreserven zurückgreifen können, kaufen sich deshalb derzeit bei einigen Colocation-Start-ups ein, um Gründungskosten zu vermeiden. Frost & Sullivan sagt voraus, dass sich ColocationFirmen als Geschäftspartner zusammentun werden, wenn sie ihre Mängel hinsichtlich Kompetenz und Angebotsbreite erkannt haben. Dann werden sie versuchen, sich selbst als Zugang zu administrierten Webdiensten zu installieren. Der Erfolg eines Colocation-Anbieters wird von seinem Können abhängen, potenzielle vertikale Märkte zu erkennen, Nachfrage geografisch zu lokalisieren und strategische Vertriebspartnerschaften zu entwickeln. Weiterhin ist entscheidend, ob sich die Colocation-Unternehmen auf die differenzierte Geschäftsmentalität in Europa einstellen können. Der Trend, länderspezifische Managementformen in den europäischen Niederlassungen einzurichten, zeigt positiv in diese Richtung. In vielen Fällen zwingt auch der Rentabilitätsdruck die Dienstleistungsanbieter der Datenzentren dazu, ihre Servicepalette auszubauen.

Fazit: Boom hat zur Marktsättigung und –bereinigung geführt

Das vormalige Wettlauf im Aufbau von europäischen Datenzentren hat zu einer vorläufigen Branchensättigung geführt. Das gegenwärtige wirtschaftliche Umfeld zeigt erstaunliche Ähnlichkeiten zur Folgezeit nach dem Internetrausch in den späten 90zigern. Auch damals war ein scharfer Einschnitt durch Konsolidierungsbewegungen und gescheiterte Geschäftskonzepte zu vermerken.

Telehouse, ein Pionier des Colocation-Geschäfts, besitzt einen sehr gut situierten Kundenstamm und hat die Marktführerschaft inne. Neben seinen eigenen Colocation-Niederlassungen hat das Unternehmen drei weitere Datenzentren von seinem Konkurrenten Cybernet angemietet.

Weitere Informationen:

Stefan Gerhardt
Public Relations Manager
Telefon: 069-77033-11
Telefax: 069-234566
E-mail: stefan.gerhardt@frost.com

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie