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Studie: Xenical verzögert Entwicklung von Typ-II-Diabetes

26.08.2002


Präsentation der Ergebnisse auf 9. Internationalen Adipositas-Kongress
Das Präparat zur Gewichtsabnahme Xenical eignet sich einer groß angelegten Studie zufolge zur Verhinderung bzw. Verzögerung der Entwicklung von Typ-II-Diabetes. Dieses Ergebnis präsentierte der Hersteller von Xenical, Roche, heute, Montag, auf dem 9. Internationalen Adipositas-Kongress (ICO) in Sao Paulo/Brasilien. An der vier Jahre dauernden XENDOS-Studie nahmen 3.304 Patienten in 22 schwedischen Zentren teil.

"Es konnte gezeigt werden, dass die Behandlung mit Xenical zusätzlich zu einer Änderung der Lebensgewohnheiten sowohl bei der Diabetesprävention als auch bei der Gewichtsabnahme wirksamer ist als eine Änderung des Lebensstils allein", erklärte der Studienleiter Lars Sjöström. Bei jenen Personen, die das Medikament einnahmen, ihre Ernährungsgewohnheiten änderten und sich sportlich betätigten, reduzierte sich das Typ-II-Diabetes-Risiko um 37 Prozent.

Zudem zeigte sich, dass der kurz- bis langfristige Gewichtsverlust bei der Xenical-Gruppe signifikant höher war als in der Placebo-Gruppe (-11,4 kg vs. -7,5 kg nach einem Jahr). Der Gewichtsverlust konnte langfristig gehalten werden, heißt es weiter (-6,9 kg vs. -4,1 kg nach vier Jahren). Fast doppelt so viele Patienten der Xenical-Gruppe hatten am Ende mehr als 10 Prozent ihres Körpergewichts verloren. Noch mehr konnten in den vier Jahren ihr Gewicht um mehr als fünf Prozent senken. Bei vielen verbesserten sich auch Blutdruck und Blutfettwerte deutlich.

Xenical entfaltet seine Wirkung nicht wie Appetitzügler im Gehirn, sondern lokal im Magen-Darm-Trakt, wo es die Aufnahme von Nahrungsfett um rund 30 Prozent reduziert und damit die Gewichtsabnahme unterstützt. Seit der ersten Markteinführung von Xenical im Jahr 1998 haben weltweit bereits mehr als 13,5 Mio. Patienten eine Behandlung mit diesem Medikament erhalten. Xenical ist weltweit in über 149 Ländern für die Gewichtskontrolle zugelassen.

Xenical darf laut Roche nur bei starkem Übergewicht, genauer von einem Körpermassenindex von 30 an, verschrieben werden. Die Kennzahl BMI (Body mass index) ergibt sich aus dem Gewicht, dividiert durch die Körpergröße im Quadrat. In der Schweiz haben laut der ersten schweizerischen Gesundheitsbefragung 38 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen einen BMI von über 25, gelten also als übergewichtig. Von starkem Übergewicht spricht man von einem BMI von 28 an, was bei einer Körpergröße von 1,70 Metern einem Gewicht von rund 82 Kilo entspricht. 70 Kilo, verteilt auf 1,70 Meter, sind noch knapp unter der Übergewichtsgrenze. Fazit der Kritiker: Durch die Schlankheitspille Xenical wird der Druck, rank, schlank und fit sein zu müssen, verstärkt.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.roche.com/

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