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Zahnersatz-Experten zu Studienergebnissen

12.08.2002


„Männer haben anderes Verhältnis zu Zähnen als Frauen“

Wenn es um ihre Zähne und vor allem um Zahnersatz geht, haben Männer andere Erwartungshaltungen als Frauen: Zähne und Zahnersatz müssen vor allem funktionieren und ihren Dienst tun – wie sie aussehen, ist eher nachrangig. "Frauen dagegen legen deutlich größeren Wert auf die Wirkung ihres Mundes!“ stellt Prof. Dr. Thomas Kerschbaum, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW) fest mit Blick auf die Ergebnisse der von der Gesellschaft initiierten Studie ‘Bedarfsermittlung für prothetische Leistungen in der Zahnheilkunde bis zum Jahr 2020’. "Bei Senioren hängen Lücken in den sichtbaren Gebissbereichen weniger mit der sozialen Schicht der Personen, sondern vor allem mit ihrem Geschlecht zusammen. Frauen sorgen sich mehr um ihre Zähne und achten darauf, dass vorhandene Lücken auch geschlossen werden.“ Ein attraktiver Mund diene dabei weniger einem Zugewinn an Schönheit, sondern eher einer Verbesserung der sozialen Kontakte und des Selbstwertgefühls. Dies decke sich mit den Ergebnissen der 3. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS III): "Frauen erleben einen deutlich größeren positiven Einfluss ihrer Zähne bzw. ihres Zahnersatzes auf ihr allgemeines Wohlbefinden, auf ihr Aussehen, auf ihr Lächeln, Lachen und auf ihr Selbstvertrauen als Männer dies tun“, fasst Prof. Kerschbaum die Studienergebnisse zusammen. Es sei daher auch nicht verwunderlich, dass für Frauen die Kosten für Zahnersatz auch eine geringere Rolle spielen als für Männer: In der Altersgruppe der 35-44jährigen hielt jeder dritte Mann den Preis für einen wichtigen Faktor, aber nur etwa jede fünfte Frau.

Die abweichende Erwartungshaltung zeigt sich auch in höherem Alter und bleibt damit der wichtigste Unterschied zwischen Männern und Frauen, wenn es um Zahnersatz geht: Bei den 35-44jährigen Frauen erwarten zwei Drittel, dass ihr Zahnersatz neben allen anderen Aspekten wie Funktionalität, gute Hygienefähigkeit und langlebige Qualität außerdem auch "natürlich und schön“ aussieht, während dieser Aspekt nur bei jedem zweiten Mann eine Rolle spielt. In höherem Alter sinkt zwar die Bedeutung der Ästhetik insgesamt etwas, aber die geschlechtsspezifischen Unterschiede bleiben: 58 % der Frauen finden nach wie vor, dass Zahnersatz auch gut aussehen muss im Vergleich zu 40 % der Männer. "Nicht nur in der Allgemeinmedizin und bei der Wirkweise von Medikamenten lernen wir immer mehr“, so Prof. Kerschbaum, " dass Männer und Frauen keine homogene Patientengruppe sind, sondern unterschiedliche Ansprüche an ihre Gesundheit und ihre Rolle im sozialen Umfeld haben. Auch die Zahnärzte müssen sich darauf einstellen, dass sie diesen wachsenden Erkenntnissen mehr denn je Rechnung tragen und entsprechend profilierte Angebote – ganz besonders bei der Versorgung mit Zahnersatz – unterbreiten.“

Birgit Dohlus | pte.online

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