Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dermatologie: Hoffnung für kranke Hände

17.07.2008
Neue Behandlungsperspektiven bei chronischem Handekzem in Sicht

Das schwere chronische Handekzem (CHE) ist eines der bislang ungelösten Probleme in der Dermatologie. In Deutschland schätzt man, dass ca. 10 Prozent der Bevölkerung an Handekzemen leiden.

Das CHE ist die Hauptursache aller beruflich bedingten Dermatosen und hat große medizinische, psychologische und gesellschaftspolitische Belastungen zur Folge. Trotzdem gibt es bislang nur wenig effektive Therapieoptionen. An der Entwicklung einer neuen Behandlung im Rahmen einer international angelegten Studie war die Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) maßgeblich beteiligt.

„Jetzt ist eine Lösung in Sicht“, sagt Prof. Dr. Thomas Ruzicka, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU. „Topische Behandlungen von Patienten mit schwerer chronischer Handdermatitis schlagen oft fehl. Alitretinoin besitzt das Potenzial, eine neue Standardtherapie für all jene Patienten zu werden, die gegenwärtig soziale und berufliche Einschränkungen und Behinderungen aufgrund dieser hartnäckigen Krankheit erfahren.”

Die Einführung des neuen Vitamin-A-Säure-Derivates Alitretinoin wird die Therapie des CHE einen großen Schritt vorwärts bringen. Die Hauptwirkung dieser Substanz ist immunregulierend und antiinflammatorisch, bei nur geringer Austrocknung.

Im April wurden die Daten der BACH-Studie im British Journal of Dermatology (Vol. 158, S. 808-817) veröffentlicht. Die BACH-Studie (Benefit of Alitretinoin in Chronic Hand Eczema) ist mit 1032 Patienten aus 111 Zentren in Europa und Kanada die größte randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie, die je bei Patienten mit schwerem chronischem Handekzem durchgeführt wurde, die zugleich gegenüber einer Kortikoidtherapie resistent waren. In der Studie zeigte sich, dass bei 48 Prozent der Patienten bei einer Behandlung einmal täglich mit Alitretinoin (30 mg) eine vollständige bis fast vollständige Abheilung erreicht werden kann. Der Wirkstoff wurde zudem allgemein gut vertragen, häufigste Nebenwirkungen waren erhöhte Blutfette und Kopfschmerzen.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Ruzicka
Direktor der Klinik und Poliklinik für
Dermatologie und Allergologie der LMU
bis Freitag, 18.7.08: Tel: +49 (0) 89-5160-6001
Ab Montag, 21.7.08: Kongressbüro Gasteig: + 49 (0)89 480 98 97 100
Dermatologische Fortbildungswoche
Die größte Fortbildungsveranstaltung im Bereich der Dermatologie im deutschsprachigen Raum findet 2008 zum 21. Mal in München statt (19.-25. Juli). Über 2.000 Teilnehmer haben sich angemeldet, darunter auch eine Vielzahl von Gästen aus dem Ausland. Die Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie fand erstmals 1951 statt und wurde von der Klinik und Poliklinik für Allergologie und Dermatologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) initiiert und seitdem alle zwei Jahre durchgeführt.

Tatjana Catsch | LMU
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Alitretinoin Allergologie CHE Dermatologie Handekzem LMU Poliklinik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht VDE analysiert Auswirkung der Digitalisierung auf die Arbeitswelt von Elektroingenieuren
29.06.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik