Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fettleibigkeit ist auch eine Umweltsache

16.05.2008
Weggeworfene Nahrungsmittel belasten Trinkwasser

Fettleibigkeit ist nicht nur ungesund, sondern hat auch nachteilige Wirkung für die Umwelt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

Die Forscher hatten nämlich den Nahrungsmittelverbrauch von je einer Milliarde Fettleibigen mit der von einer Mrd. Schlanker hypothetisch miteinander verglichen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Dicke brauchen wesentlich mehr Nahrungsmittel und das wiederum belastet die Umwelt.

Zwei wesentliche Komponenten haben den Studienleiter Phil Edwards dabei besonders interessiert. Wie viel Nahrung müssen die Menschen zu sich nehmen, um einfach nur leer zu laufen, also ohne körperliche Betätigung. "Gemeint ist damit der einfache Wert, um etwa die Blutversorgung und den gesamten Metabolismus aufrecht zu erhalten", erklärt Edwards gegenüber pressetext.

... mehr zu:
»Fettleibigkeit

Zudem habe man errechnet wie viel Nahrungsmittel Menschen während der üblichen Aktivitäten Tag für Tag konsumieren. "Anschließend haben wir Menschen mit einem BMI von 24,5 mit jenen, die einen BMI von 30 oder mehr aufwiesen, miteinander verglichen", so der Forscher. Das Ergebnis sei verblüffend gewesen: Die Schlanken konsumierten am Tag um insgesamt 18 Prozent weniger Kalorien als die Dicken, die insgesamt auf 2.960 Kalorien kamen.

"Wenn man sich anschließend die Zahlen ansieht, die größere und dickere Menschen verbrauchen, um einfach nur die Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, wird offensichtlich, dass Dickere 1.680 Kalorien täglich, Dünnere aber nur 1.550 Kalorien täglich konsumieren." Es sei natürlich auch deutlich geworden, dass Dickere mehr Energie aufwenden müssen, um von A nach B zu gehen. Die Resultate zeigen deutlich, dass Abnehmen nicht nur gesünder sei, sondern auch noch andere Folgen mit sich bringe. "Die Untersuchung hat verschiedene Gründe.

Einer davon ist, dass die Statistiken zeigen, dass bis 2010 rund 40 Prozent der Briten fettleibig sein werden." Einen weiteren Hintergrund bildet die derzeitige Diskussion um die steigenden Nahrungsmittelpreise und dem Ausbau der Biotreibstoffe. "Dickere Menschen essen einfach mehr", so Edwards, der auch hochrechnet, dass für die Gewinnung eines einzigen Kilogramm Fleisches sieben Kilogramm Pflanzen nötig sind. "Das haben wir aber gar nicht mit ins Kalkül gezogen", so der Forscher abschließend im pressetext-Interview.

Auch eine andere Studie warnt vor den Folgen der Nahrungsmittelverschwendung: das Stockholm International Water Institute http://www.siwi.org hat errechnet, dass die Süßwasserreserven durch weggeworfene Nahrungsmittel extrem belastet werden. Am schlimmsten ist die Verschwendung von Nahrungsmitteln in den USA, wo 30 Prozent aller Lebensmittel - mit einem Wert von 48,3 Mrd. Dollar jährlich - weggeworfen werden. Das ist als ob man einen Wasserhahn laufen ließe und 40 Billionen Liter Wasser in die Mülltonne fließen lasse, so der Bericht. Mindestens 500 Mio. Haushalte könnten mit dieser Menge Wasser jährlich auskommen. Der Report "Saving Water: From Field to Fork" fordert dazu auf, die Verschwendung von Lebensmittel bis 2025 zu halbieren.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lshtm.ac.uk

Weitere Berichte zu: Fettleibigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie