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Biologische Uhr lässt Single-Mütter zur Samenbank greifen

01.07.2002


ESHRE-Konferenz greift heiße Eisen der Reproduktionsmedizin und –biologie an

Mehr als zwei Drittel der alleinstehenden Frauen, die sich den Kinderwunsch durch eine Samenbank erfüllen, tun dies aus Angst, keinen Partner zur Familiengründung mehr zu finden. In der ersten Studie, die sich mit Single-Müttern und dem Gebrauch einer Samenbank beschäftigt, zeigte sich, dass Fruchtbarkeits-Probleme in den meisten Fällen nicht die Motivation für eine künstliche Befruchtung sind, sondern die biologische Uhr. Die Ergebnisse präsentierte Clare Murrey von der City Universität in London auf dem Kongress der "Europäischen Gesellschaft für Human-Reproduktion und Embryologie" (ESHRE) in Wien. Der Kongress startete gestern, Sonntag, und dauert bis 3. Juli. Die Gesellschaft vertritt weltweit rund 4.000 Ärzte, Wissenschaftler und Mediziner.

Wie Murrey erklärte, würden die Mütter in der Studie zwar ein Kind, das einer partnerschaftlichen Beziehung entsprungen ist, bevorzugen, aber rund ein Drittel der Frauen mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren, entschieden sich aktiv für einen "Alleingang". Bei einem Vergleich in der Kinder-Erziehung von alleinstehenden Müttern und Frauen in einer Partnerschaft stellte die Forscherin keine Unterschiede fest. Die weniger als ein Jahr alten Kinder zeigten keine Auffälligkeiten wie Schlaf- oder Essstörungen. Die Probleme, so Murrey in einem ABC-News-Bericht, werden aber vermutlich erst in den nächsten Jahren auftreten. Diese betreffen die geringe Unterstützung von Single-Müttern und möglicherweise ein soziales Stigma. Single-Mütter würden im Vergleich zu gebundenen Frauen, die ebenfalls durch künstliche Befruchtung ein Kind zur Welt bringen, offener mit der Thematik umgehen.

Auf der ESHRE-Konferenz werden u.a. Themen wie, sind die modernen Techniken der Reproduktionsmedizin tatsächlich sicher oder führen sie vermehrt zu Missbildungen, Klonen - Segen oder Fluch, macht Infertilität psychisch krank oder Bedeutung der Stammzellen in der Reproduktionsmedizin, diskutiert.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.eshre.com

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