Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maschinen- und Anlagenbauer könnten viel Geld sparen Unternehmen haben große Defizite beim Working Capital Management

28.04.2008
Durch ein professionelleres Management ihres Netto-Umlaufvermögens (Working Capital Management) könnten Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland viel Geld sparen.

Das legen die Ergebnisse einer KPMG-Umfrage unter 128 deutschen Unternehmen dieser Branche mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro nahe. Fast alle Unternehmen messen zwar der Verwendung jenes Umlaufvermögens hohe Bedeutung bei, das nicht zur Abdeckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten gebunden ist.

Doch 70 Prozent steuern diesen Teil nicht sehr konsequent. Statt durch professionelles Working Capital Management im eigenen Unternehmen potenzielle Liquidität freizusetzen, werden oftmals Kredite aufgenommen, die den Jahresüberschuss belasten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht dies selbst kritisch und macht hier großes Verbesserungspotenzial aus.

Uwe Achterholt, Partner und Leiter des Bereichs Diversified Industrials bei KPMG: "Die Unternehmen sind sich einig, dass das Hauptziel des Working Capital Managements die Freisetzung von Liquidität sein sollte. Das lässt sich beispielsweise erreichen, indem man Forderungen schneller realisiert oder längere Zahlungsziele bei Verbindlichkeiten vereinbart.

Doch oft wird versäumt, solche Maßnahmen zielgerichtet zu steuern. Bei Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus ist das Umlaufvermögen mit durchschnittlich 80 Tagen im Vergleich zu anderen Branchen sehr lange gebunden. Das hat zur Folge, dass sie mehr Fremdkapital aufnehmen als eigentlich notwendig. Die dafür fälligen Zinszahlungen belasten das Jahresergebnis. Hier ließe sich viel Geld sparen."

Ein Beispiel: Ein Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von 500 Mio. Euro und einer Kapitalbindungsdauer von 80 Tagen könnte durch eine Verringerung der Kapitalbindungsdauer um nur fünf Tage bereits 6,9 Mio. Euro Liquidität freisetzen. Bei einem angenommenen gewichteten Eigen-/Fremdkapitalkostensatz von sieben Prozent ließen sich somit Zinsbelastungen in Höhe von 483.000 Euro einsparen.

Uwe Achterholt: "Oft scheitert eine konsequente Steuerung des Working Capital an fehlendem Know-how, unklaren Verantwortlichkeiten oder mangelnder Entscheidungskompetenz. Erschwerend kommt hinzu, dass verschiedene Unternehmensbereiche wie Vertrieb, Einkauf und Supply Chain Management zum Teil sich widersprechende Interessen verfolgen. Dadurch können Konflikte entstehen, die die unternehmensübergreifenden Ziele wie die Verringerung der Kapitalbindung gefährden. Umso wichtiger ist es, in den unterschiedlichen Unternehmens- und Funktionsbereichen ein ganzheitliches Working Capital Management-System zu verankern."

Das wird durchaus auch von den befragten Unternehmen gesehen, wie die Umfrage zeigt. Jedes zweite (52 Prozent) gibt an, dass es eine umfassende WCM-Richtlinie für wichtig hält, doch nur in jedem vierten (26 Prozent) ist eine solche vorhanden. Offenbar schrecken jedoch viele vor dem entsprechenden Aufwand zurück, den Erstellung, konzernweite Abstimmung und Einführung verursachen.

Die Studie "Working Capital Management im deutschen Maschinen- und Anlagenbau" ist kostenlos erhältlich bei Alexandra Pott, alexandrapott@kpmg.com und steht auch zum Download unter folgendem Link bereit: http://www.kpmg.de/WasWirTun/4911.htm

Thomas Blees
Stellv. Leiter Unternehmenskommunikation
KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Klingelhöferstraße 18, D-10785 Berlin
Tel +49 30 2068-1408
Mobil +49 174 338 32 39
Fax +49 1802 11991-0104
mailto:tblees@kpmg.com

Thomas Blees | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de/WasWirTun/4911.htm
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Kapitalbindungsdauer Liquidität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor

23.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus

23.02.2017 | Medizin Gesundheit